Es bleibt bei 13 Millionen

Wird die Nordspange noch teurer als gedacht? Zunächst sollte das Straßenbauprojekt rund neun Millionen Euro kosten, dann gute 12, schließlich 13,1 Millionen Euro – und jetzt gar 14,4 Millionen? Diese Summe hat die Bauverwaltung zumindest bei der Regierung von Schwaben als Gesamtbaukosten angegeben, wie Regierungssprecher Karl-Heinz Meyer am Mittwoch bestätigte. Im Finanzplan der Stadt sind die Gesamtkosten dagegen mit 13,1 Millionen Euro ausgewiesen. Kein Grund zur Aufregung, meint Baureferentin Monika Beltinger: „Wir haben die Zahlen lediglich noch nicht angepasst“, erklärte sie am Donnerstag. Das werde jetzt geschehen – demzufolge bleibt es bei den 13,1 Millionen Euro.

Bei den im Förderantrag an die Regierung von Schwaben angegebenen 14,4 Millionen Euro handle es sich um „einen damaligen Zwischenstand“, erläuterte Beltinger. „Das war nicht der letzte Stand.” Mittlerweile sei das Baureferat mit den Planungen aber deutlich weiter und könne mit den im Haushalt veranschlagten 13,1 Millionen Euro belastbare Zahlen vorlegen. „Wir haben die Zahlen nur noch nicht angepasst, da die Festlegung der Förderung erst feststeht, wenn die ersten Ausschreibungsergebnisse da sind“, so Beltinger am Donnerstag. Die lägen aber mittlerweile vor und würden bearbeitet und ausgewertet. Sobald das geschehen ist, werden die konkreten Zahlen auch offiziell nach Augsburg weiter gegeben. Das sei mit der Regierung vereinbart, so die Baureferentin weiter. Derzeit deute alles darauf hin, dass die Bauverwaltung mit ihrer Kostenschätzung richtig liege und es somit bei den im Haushalt vorgesehenen 13,1 Millionen Euro bleibe, betonte sie. „Wir sehen uns durch die ersten beiden Ausschreibungen bestätigt.“ Da das Projekt grundsätzlich förderfähig sei, rechnet die Referatsleiterin noch in diesem Frühjahr mit einer Zusage über die Höhe der Fördergelder durch den Freistaat. Zuschüsse von 60 bis 70 Prozent der Gesamtsumme hält sie für „durchaus realistisch“. Das wären in diesem Fall rund 7,8 bis 9,2 Millionen Euro. Komplexe Planungen Die stetige Kostensteigerung für das Projekt in den vergangenen Jahren erklärte sie mit dem jeweiligen Stand der Planungen von der Vorentwurfsüberlegung bis hin zum konkreten Bauplan. „Die Planungstiefe ist am Anfang noch nicht so“, betonte sie. „Erst mit der konkreten Planung lassen sich verlässliche Zahlen vorlegen.“ Bei der Nordspange sei man nunmehr aber so weit, dass man sagen könne: „Es passt – der Kostenansatz ist realistisch.“ Um Kritik an den so entstehenden vermeintlichen „Kostenexplosionen“ künftig vorzubeugen, habe ihre Bauverwaltung nun damit begonnen, einen „Kostenkorridor“ zu nennen. Sprich: Einen Rahmen von der voraussichtlich günstigsten bis zur geschätzt teuersten Variante. Als Beispiel nannte sie die jüngst im Schul- und Kulturausschuss vorgestellten Planungen zum möglichen Um- und Ausbau von Orangerie oder Marstall (der KREISBOTE berichtete). Anhaltende Kritik In der Vergangenheit war vor allem von den Kemptener Grünen, UB/ödp und Bund Naturschutz (BN) immer wieder Kritik an der Nordspange laut geworden. Neben den steigenden Kosten wird insbesondere auch der Nutzen und die Notwendigkeit des Straßenbauprojekts angezweifelt, das den Kemptener Norden mit dem Gewerbegebiet Ursulasried verbinden soll. Unterdessen hat der Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags vorvergangene Woche eine Petition eines Kemptener Bürgers gegen das Vorhaben abgewiesen. Damit steht dem Bau des vierten Illerübergangs für Autos nichts mehr im Wege.

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