Blick in die Vergangenheit

Bei einer geführten Begehung der Burghalde können Interessierte am Tag des offenen Denkmals viel interessantes zur Geschichte der ehemaligen Festung erfahren. Foto: Läufle

„Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ lautet der Leitsatz des diesjährigen Tags des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 11. September. Es war die Zeit, in der sich die Lebensweisen zum Teil wesentlich veränderten, eine Zeit, die sozialen Wandel brachte. Die Städte wuchsen nicht nur in quantitativer Hinsicht, sondern mit der Urbanisierung begann auch ein spezifisch neuzeitliches städtisches Leben.

Mit großer ehrenamtlicher Unterstützung wurde zum Tag des offenen Denkmals in Kempten ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. „Es lag uns wieder viel daran, auch den Kindern das Thema und somit den Umgang mit unserer Vergangenheit und Herkunft durch ein eigenes Angebot näher zu bringen“, hieß es jüngst aus dem OB-Büro. Der Tag bietet im einzelnen: „Architektur im 19. Jahrhundert“, Ausstellung im Zumsteinhaus, Öffnungszeit von 10 bis 16 Uhr: Im Zeitalter des Historismus, mit dem Rückgriff auf Architekturelemente vergangener Epochen, erfasste ein bis dahin beispielloser Bauboom aufgrund Landflucht und Bevölkerungsexplosion den europäischen Kontinent. Auch vor Kempten machte diese Entwicklung nicht halt, was heute an vielen Bauten aus dieser Epoche und auch ganzen Stadtquartieren, wie beispielsweise dem Bodmanstraßen-Viertel zu sehen ist. „Kempten im 19. Jahrhundert – Zeichnungen und Aquarelle des Kemptener Kunstmalers Joseph Buck“, ganztägige Führungen (auch für Kinder), Café im Nonnenturm, 10 bis 1 Uhr: Wie in den Jahren zuvor, öffnet das Beginenhaus für die interessierte Öffentlichkeit wieder seine Pforten und bereichert das Programm mit Wissenswertem über den Kemptener Maler und Heimatforscher Josef Buck (1820 – 1897). „Eine Stadt wird umgebaut: Kemptens Altstadt im 19. Jahrhundert“, Führung an ausgewählten Punkten der Stadtmauer (zwei Termine, um 11 Uhr durch Birgit Kata und um 14 Uhr durch Ingrid Müller); Treffpunkt: Ecke Residenzplatz/ Klostersteige: Das massive Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert erfasste im Wesentlichen auch Kempten. Schnell zeigte es sich, dass der benötigte Raum für die immer größer werdende Anzahl von Menschen innerhalb der aus dem Mittelalter stammenden Stadtmauern nicht mehr ausreichte. Spuren davon sind noch heute im Stadtbild zu erkennen. „Römerkastell, Burganlage, Bürgerpark: Kemptens Burghalde durch zwei Jahrtausende“, Führung um 16 Uhr, Treffpunkt: Am Hauptaufgang an der Burgstraße: Eine geführte Begehung der Burghalde vermittelt viel Interessantes zur Geschichte der ehemaligen Festung, von den Anfängen in der Römerzeit bis in die Gegenwart als Bürgerpark. „Die Geschichte des Stadtparks“, Vorstellung um 11 Uhr im Zumsteinhaus anhand von Dias über Overhead-Projektor: Der heutige Stadtpark entstand auf dem weitläufigen Gelände der so genannten Schwaigwiese um den mittelalterlichen Schwaighof des Fürststifts Kempten. Dieses Areal diente früher als Gerichtsstätte und markierte einen der Grenzbezirke zwischen Stift und Reichsstadt Kempten. 1525 tagten hier die Führer der Allgäuer Bauern. Nach Verwendung als Truppenübungsplatz ging das Gelände 1874-1877 in städtischen Besitz über und wurde 1890 bis 1892 nach den Plänen des Münchner Gartenbau-Oberinspektors Max Kolb zum Stadtpark umgestaltet. Das diesjährige Angebot für Kinder lautet: „Die Wiederentdeckung der Römerstadt Kempten-Cambodunum (Allgäu)“; Kurzvortrag mit Bildern, Beginn: 15 und 16 Uhr, parallel dazu für Kinder ‚Spielen wie zur Römerzeit’: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gewann die Archäologie als Wissenschaft immer mehr an Bedeutung. Die ersten archäologischen Untersuchungen in Kempten fanden 1885 durch den Kaufmann August Ullrich statt. Treffpunkt zum Kinderprogramm im APC ist die „Taberna“ am Eingang zum Archäologischen Park.

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