Blick in die virtuelle Zukunft

So stellt sich die Telekom die Zukunft des Internets in Kempten vor. Um das neue Hightech-Netz auch tatsächlich zu installieren, braucht es genug Abnehmer. Grafik: Telekom

Als eine der ersten Städte Deutschlands könnte Kempten an das neue Hochleistungsnetz der Telekom angeschlossen werden. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Florian Tempel, Projektleiter für den Glasfaser-Ausbau bei der Telekom, vergangene Woche unterzeichnet. „Das ist ein weiterer Beleg für die Attraktivität von Kempten als Wohn- und Wirtschaftsstandort“, sagte Netzer. Ob die Telekom das Netz aber auch tatsächlich aufbaut, wird sich erst im nächsten Jahr entscheiden.

Mit der Unterzeichnung des Vertrags signalisiert die Stadt, dass sie den Aufbau des neuen Hochleistungsnetzes unterstützt. Bei Glasfaser handelt es sich nach Angaben der Telekom um das schnellste Leitermedium der Welt: Daten, Filme und Musik können auf einer Glasfaser in Lichtgeschwindigkeit übertragen werden. In Kempten sollen weite Teile der Innenstadt bis in die Stadtteile Lenzfried, St. Mang, Eich und Steufzgen versorgt werden. Insgesamt ließen sich so etwa 25 000 Haushalte in rund 8000 Gebäuden erreichen. Nach der Logik der Telekom, kann das neue Netz aus Kostengründen aber nur gebaut werden, wenn Gemeinden, Bürger und Immobilienbesitzer bei dem Projekt mitziehen. Deshalb könne die neue Technik nur dort eingesetzt werden, wo es auch genügend Interessenten gebe. „Glasfaser gibt es nur gemeinsam“, erläuterte Ferdinand Tempel. „Nur wenn die Stadt, die Immobilienbesitzer und die Bürger uns unterstützen, können wir Kempten mit der neuen Technik versorgen“, sagte er. OB Netzer appellierte an die technische Aufgeschlossenheit der Bürger. „Ich kann alle Grundstücks- und Wohnungsbesitzer im Ausbaugebiet nur herzlich dazu einladen, an diesem Projekt teilzunehmen“, sagte er. „Das ist eine Riesenchance für unsere Stadt.“ Im nächsten Schritt will die Telekom Gespräche mit den Wohnungswirtschaften, Eigentümergemeinschaften sowie den Mehrfamilienhausbesitzern führen. Denn ein Haus könne nur dann angeschlossen werden, wenn ein so genannter Nutzungsvertrag für lichtwellenbasierte Grundstücks- und Gebäudenetze vorliegt. „Nur wenn wir eine sehr hohe Zahl an Gebäuden in dem Ausbaugebiet anschließen dürfen, können wir den nächsten Schritt gehen und unsere Produkte für die Glasfaserleitung anbieten“, so Ferdinand Tempel. Die Entscheidung, ob das Unternehmen das neue Netz tatsächlich aufbaut, fällt voraussichtlich erst Anfang kommenden Jahres.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Kempten – Deutlich auffälliger als bisher wird die neue Zeppelinbrücke über der A7, Höhe Ursulasried, gestaltet sein. Mit einem oberliegenden …
Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare