Bordell abgelehnt

Feine Unterschiede

Da es in diesem Gebiet keinen Bebauungsplan gibt, hat die Verwaltung überprüft, ob sich das Vorhaben auch in die nähere Umgebung einfügt. Der Bereich zwischen der König-, Mozart- und Beethovenstraße sei ein Mischgebiet, so Renner. Zu unterscheiden sei daher, ob Wohnungsprostitution oder ein „bordellartiger“ Betrieb entstehen soll. Da die beantragten Nutzung einen ständigen Wechsel der „Bewohner“ der Appartements mit sich ziehe, sei die Nutzung dagegen nicht mehr durch Wohnen geprägt. Bei der Wohnprostitution müssten die Damen über einen festen Zeitraum in dem Appartement wohnen und ihre Tätigkeit wahrnehmen. Das wäre mit einem Mischgebiet verträglich, meinte die Amtsleiterin. Das beantragte sei jedoch vielmehr ein „bordellartiger“ Betrieb und der sei laut Rechtssprechung im Mischgebiet generell unzulässig, erklärte sie. Die Verwaltung habe daraufhin geprüft, ob der Puff eventuell als Vergnügungsstätte durchgehen könnte. Da die Hirnbeinstraße in diesem Bereich aber hauptsächlich Wohnnutzung aufweist, könne eine Ausnahme für eine Vergnügungsstätte nicht erteilt werden, so Renner weiter. „Das ist mit der Wohnnutzung nicht vereinbar“, stellte Renner klar. Auch einige Anwohner hätten Bedenken zu den Plänen der IPS Grundbesitz GmbH geäußert. Daher empfahl sie dem Bauausschuss den Antrag abzulehnen. Die Stadträte folgten dieser Empfehlung einstimmig. Drei auf dem Prüfstand Diese Ablehnung könnte jetzt auch für drei andere Bordelle im gleichen Gebiet Folgen haben. Wie Renner erläuterte, haben auch die Etablisements in der Hirnbeinstraße 13, Jägerstraße 1 und Mozartstraße 10 für einen „bordellartigen“ Betrieb keine baurechtliche Genehmigung. Jetzt wird geprüft, ob die Nutzung in den Häusern genehmigungspflichtig ist. Erst dann kann entschieden werden, was mit ihnen passiert. CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier wunderte sich in diesem Zusammenhang, dass die bestehenden Betriebe von der Nachbarschaft bisher einfach so hingenommen wurden. Am vergangenen Montag gab es übrigens noch keine Neuigkeiten hinsichtlich der Überprüfung. „So schnell geht es nicht“, meinte Baureferentin Monika Beltinger gegenüber dem KREISBOTEN auf Anfrage. „Die Sachlage der bestehenden Bordelle muss geklärt werden.“ Dazu sind Beltinger zufolge wohl zunächst auch die Kontaktaufnahme mit den Betreibern und Grundstückseigentümern nötig. „Die Überprüfung steht auf jeden Fall auf dem Arbeitsplan, wir sind dran“, sagte die Baureferentin. Das Ergebnis werde dann auch in die Gremien gegeben.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kommentare