Tafel enthüllt

Bronzenes Gedenken

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Der Flüchtlingsbrunnen von Ferdinand Kuschel in der Kantstraße erhält eine Gedenktafel für die Vertriebenen: Bei der Enthüllung sprechen OB Dr. Ulrich Netzer (2. v.l.), Tilmann Ritter (Heimatverein Kempten) und Ilse Roßmanith-Mitterer (rechts), Vorne im Bild: Walter (v.l.), Alfred und Christa Schloßnikel, Neffen des Bildhauers und Malers Ferdinand Kuschel.

Kempten – Über 10 000 Vertriebene strandeten in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in Kempten. Mit einer Bronzetafel am Flüchtlingsbrunnen von Ferdinand Kuschel in der Kantstraße soll ihrer gedacht werden.

Wie Stadtheimatpfleger Tilmann Ritter jetzt bei der offiziellen Übergabe in seiner Ansprache hervorhob, werde es ab 2014 in Bayern einen nationalen Gedenktag für die Heimatvertriebenen geben. Dass Kempten bereits ein Jahr früher damit starte, zeige das „große Bedürfnis, die Geschichte des 20. Jahrhunderts in der Region aufzuarbeiten“.

Ilse Rosmanith-Mitterer, Vorsitzende der Stiftsstadtfreunde, die selbst 1946 nur mit einer Kiste bepackt im Auffanglager in der Keselstraße ankam, hatte dafür den Anstoß gegeben. Unter den weit über 50 Anwesenden waren auch Weggefährten, die damals auf der Flucht mit ihr im Zug in Kempten ankamen. Ebenso Dieter Putner, der wie der Bildhauer Ferdinand Kuschel (1899 – 1966) aus Sternberg (Mähren) stammt. Rosmanith-Mitterer sprach von einer „beispielhaften Integration der Vertriebenen“ in die neue Allgäuer Heimat und war sichtlich bewegt, die Gedenktafel nun einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Extra aus der Landeshauptstadt München angereist waren die beiden Neffen des Künstlers Ferdinand Kuschel. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bedankte sich bei den Initiatoren für das Engagement „die Erinnerung an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Heimatvertriebene auch in Kempten Aufnahme fanden, wachzuhalten“. Dafür sei der „von Ferdinand Kuschel Mitte der 1950er Jahre geschaffene Flüchtlingsbrunnen ein angemessener und würdiger Platz“, so der Kemptener Rathauschef.

Gemeinsam mit der Stadt, einem Zuschuss der Sparkasse und dem Steinmetz Rudolph konnte die Gedenktafel verwirklicht werden. Dass das Schaffen Ferdinand Kuschels inzwischen so präsent in Kempten ist, sei vor allem auch Dr. Dieter Weber (Stadtarchiv Kempten) zu verdanken.

Natalie Markl

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