Bürgerforum beschäftigt sich mit dem Thema "Gemeinschaft schaffen im Quartier Altstadt"

Ein seniorenfreundliches Stadtviertel

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Elvira Schmid vom Koordinationszentrum bürgerschaftliches Engagement der Stadt Kempten, fungierte als Moderatorin einer Diskussionsrunde.

Kempten – Wie sieht ein Stadtviertel aus, in dem sich auch ältere Menschen wohlfühlen? Welche Freizeit- und Einkaufsangebote, Dienstleistungen und Infrastruktur brauchen Senioren im täglichen Leben? Dieser Frage gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bürgerforum mit dem Thema „Gemeinschaft schaffen im Quartier Altstadt“ nach, das im Altstadthaus stattfand. Initiiert wurde das Bürgerforum von der Anlaufstelle für ältere Menschen in Kempten.

In Diskussionsrunden wurden viele Ideen und Anregungen für eine seniorenfreundliche Altstadt gesammelt und Themen diskutiert, die den älteren Menschen in Kemptens Altstadtquartier am Herzen liegen.

Brigitte Herkert von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (afa) in München erläuterte in ihrem Vortrag beim Bürgerforum das Ziel sogenannter Quartierskonzepte: „Sie wollen einen sozialen Nahraum schaffen, mit dem sich dessen Bewohner identifizieren“. Die älteren Menschen wollen weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung leben und brauchen in ihrem Stadtviertel eine altersgerechte Infrastruktur. Es soll erreicht werden, dass die Senioren in ihrem Viertel ein aktiver Teil der Gesellschaft sein können, formuliert Herkert die Aufgabe der Quartiersarbeit. Dann entstehe bei den älteren Menschen ein „Wir-Gefühl“ in einem vertrauten Mikrokosmos. Als Voraussetzung dafür braucht ein seniorenfreundliches Quartier neben guten Freizeit-, Kultur- und Einkaufsangeboten und bedarfsgerechten Dienstleistungen wie Ärzte, Besuchsdienste und Lieferservices auch genügend Treffpunkte, um sich mit anderen austauschen zu können. Dies können Cafés oder eine Einrichtung wie das Altstadthaus sein. Eine Umsetzung der Quartierskonzepte könne nur durch eine aktive Partizipation der Bürgerinnen und Bürger gelingen, erläutert Herkert. Das Bürgerforum biete eine Plattform, sich in die Schaffung eines altersgerechten Altstadtquartiers mit einzubringen und persönliche Wünsche und Anregungen zu äußern. Kordula Amann-Fischer, Koordinatorin des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes der Stadt Kempten und Ansprechpartnerin bei der Seniorenberatung, erklärt die Aufgabe der Anlaufstelle für ältere Menschen. Diese berät individuell bei allen Fragen, vermittelt Unterstützungsangebote für Senioren, fördert eine lebendige und sich gegenseitig unterstützende Nachbarschaft und hilft, diese Netzwerke durch Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten aufzubauen.

Die Teilnehmer des Bürgerforums waren eingeladen, sich an drei Diskussionsrunden zu beteiligen, bei denen Ideen und Anregungen für die altersgerechte Gestaltung des Altstadtquartiers gesammelt wurden. „Gemeinschaft schaffen durch lebendige Nachbarschaft“, „Wohnen zu Hause – in der Altstadt“ und „Wohnumfeld im Quartier Altstadt“ hießen die Themen, die sehr aktiv und lebhaft diskutiert wurden. Eine lebendige Nachbarschaft braucht Raum für Begegnungen und Kontakte, damit daraus ein engagiertes und unterstützendes „Für-Einander“ entstehen kann. Alternative und bezahlbare Wohnangebote zu erhalten und neu zu schaffen ist ein zentrales Thema. „Wohnen zu Hause“ bedeutet auch, die nötigen Dienstleistungen dafür im eigenen Wohnviertel zu finden: Haushaltshilfen, Lieferservices, Besuchsdienste und häusliche Pflegekräfte. An das Wohnumfeld des Quartiers Altstadt stellen ältere Menschen besondere altersspezifische Anforderungen: Barrierefreiheit, eine helle Straßenbeleuchtung, längere Ampel-Grün-Phasen, deutlich gekennzeichnete Radwege, eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und genügend Sitzbänke auf Plätzen und in Parks sind wichtige Punkte.

Die detaillierten Ergebnisse der Themen- und Ideensammlung beim Bürgerforum werden von der Anlaufstelle für ältere Menschen ausgewertet und nach Dringlichkeit umgesetzt.

Nikolas Felder

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