Bürgerservice verbessern

Ein Konzept zur Verbesserung des Bürgerservice hat der Haupt- und Finanzausschuss jetzt einstimmig befürwortet und dem Stadtrat die Bereitstellung der finanziellen Mittel empfohlen. Peter Riegg, Leiter des Verwaltungs- und Finanzreferats, stellte die Leitprinzipien der Stadtverwaltung vor. Diese sind in erster Linie Bürgerfreundlichkeit und Bürgerzufriedenheit sowie eine effektive und effiziente Verwaltung. Das heißt, der Service für die Bürger soll erhöht werden.

Mit der Aufteilung des Service in den Bürgerservice „Zulassung und Bauen“ sowie der Bildung der Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung und des Informationsangebots im Internet hat die Stadt bereits wichtige Voraussetzungen für eine Änderung der Verwaltungsstruktur geschaffen. Riegg erklärte weiter, dass Bürgerservice der Zukunft heiße, ein virtuelles Bürgerbüro zu schaffen, die Arbeitsabläufe in den Dienstleistungsbereichen, insbesondere dem Einwohnermeldeamt, zu optimieren und die telefonische Erreichbarkeit und Auskünfte zu verbessern. Mit der Schaffung eines virtuellen Bürgerbüros durch die Einrichtung eines Rathaus-Service-Portals im Internet würde künftig mehr als jeder zweite Bürger komplett auf Behördengänge verzichten. Voraussetzung dafür sei natürlich eine benutzerfreundliche Gestaltung der Online-Angebote und Unterlagen, so Riegg weiter. Ein gutes Beispiel hierfür sei das Elster-Programm der Finanzämter. Von einem solchen Konzept profitieren beide Seiten – Bürger und Stadtverwaltung. Der Bürger hat zum Beispiel einen 24-Stunden-Service an sieben Tagen in der Woche, die am PC ausgefüllten Formulare werden rechtsverbindlich, die Behördengänge verkürzen sich oder können ganz umgangen werden und man kann bequem online bezahlen. Die Vorteile für die Verwaltung sind modernes und serviceorientiertes Arbeiten, Zeitersparnis, schnellere Vorgangsbearbeitung und Kostenersparnis. Die Mitglieder des Ausschusses waren sich einig, dass der Wandel der Verwaltung kommt. Jedoch dürften die Bürger, die keine Internetnutzer seien, nicht vernachlässigt werden. Der Leiter des Einwohnermeldeamts, Konrad Pfister, betonte, dass die virtuelle Verwaltung ein zusätzliches Angebot für die Bürger sein soll. Es würden alle profitieren. Die einen könnten ihre Anliegen online bearbeiten, die anderen hätten kürzere Wartezeiten, da nicht mehr alle ins Amt gehen müssen. Um das zweite Ziel, die Optimierung der Arbeitsabläufe, zu erreichen, soll im Eingangsfoyer des Einwohnermeldeamts an Stelle der Pforte eine Express-/ Informationstheke eingerichtet werden. Mit dieser Theke können online vorbereitete Vorgänge ohne Wartezeiten abschließend bearbeitet werden – beispielsweise noch erforderliche Unterschriftleistungen. Außerdem können die Öffnungszeiten flexibler gestaltet werden und die Schalter der Sachbearbeiter können bei einfachen Erledigungen entlastet werden. Das dritte Ziel, die Verbesserung der Telefondienste, soll durch einen zentralen Telefonservice mit möglichst umfassender Erledigung der Anfragen erreicht werden, erklärte Riegg. Die Kosten für das Projekt belaufen sich für 2010 auf rund 96 000 Euro. Darin ist auch die Weiterbildung der Mitarbeiter zur Qualifizierung für die Informationstheke inbegriffen. Frei nach der Devise „erst investieren, dann kassieren“ soll trotz der finanziellen Enge der Wandel in der Verwaltung vollzogen werden. Denn Qualitätsverbesserungen und Einsparungen können erst nach einem gewissen Vorlauf eintreten, so Riegg.

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