Bürgerversammlungen in Dietmannsried: Großer Andrang in allen fünf Ortsteilen

Vergangene und künftige Entwicklungen als Thema

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Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger am Geschehen in der Gemeinde war groß. Dietmannsrieds Bürgermeister Endres sprach bei den fünf Bürgerversammlungen stets vor vollem Haus.

Dietmannsried/Probstried – Ende November finden traditionell in allen fünf Teilgemeinden der Marktgemeinde Dietmannsried (Dietmannsried, Probstried, Schrattenbach, Reicholzried, Überbach) Bürgerversammlungen statt. Bürgermeister Werner Endres informierte bei den jeweils außerordentlich gut besuchten Veranstaltungen die Bürgerinnen und Bürger über die wichtigsten Eckpunkte und Entwicklungen des vergangenen Jahres sowie geplante Maßnahmen für die nahe Zukunft.

Der Saal des Gasthofs „Hirsch“ in Probstried platzte aus allen Nähten, so groß war der Andrang bei der Bürgerversammlung. Bürgermeister Werner Endres warf in seinem (trotz vieler Zahlen kurzweiligen) Vortrag einen Blick auf das zurückliegende Jahr. Und der fiel insgesamt zufrieden aus. Was die Statistiken angeht, vermeldete Endres eine auf 8456 Bürger gestiegene Einwohnerzahl (+58). Der Schuldenstand der Gemeinde konnte „trotz großer Investitionen“ um rund 667.000 Euro auf ca. 8.700.000 Euro reduziert werden. Haupteinnahmequelle war im zurückliegenden Jahr die Einkommenssteuerbeteiligung (4.450.000 Euro), gefolgt von der Gewerbesteuer (2.450.000 Euro), der Schlüsselzuweisung (1.233.000 Euro) und der Grundsteuer (850.000 Euro). Die Kreisumlage, die von der Gemeinde an den Landkreis floss, betrug 2016 3.245.000 Euro. „Im kommenden Jahr rechnen wir allerdings mit 3.530.000 Euro. In Sachen regenerative Energien ist Dietmannsried sehr gut aufgestellt. „80 Prozent des Gesamtstromverbrauchs, also 22,5 von 26 Millionen kWh, wurden in erster Linie durch PV-Anlagen und Windkraft, sowie in geringem Maße durch Biomasse (0,6 Millionen kWh) und Wasserkraft 0,01 Millionen kWh erzeugt.“ Die örtliche Grund- und Mittelschule steuere auf ein paar Geburtenschwache Jahrgänge zu. „Aktuell gibt es im Gemeindegebiet nur 56 Sechsjährige – dafür aber 80 Einjährige.“ Die drei gemeindlichen und zwei kirchlichen Kindertagesstätten im Gemeindegebiet seien mit rund 300 Kindern „aber mehr als voll. Das ist ein gutes Signal.“ Im Frühjahr 2017 wird von kirchlicher Seite der Neubau des Kindergartens St. Blasius im Baugebiet Gemeinderiederweg verwirklicht. Die Einrichtung wird Platz für fünf Gruppen und 100 Kinder (samt Erweiterungsmöglichkeiten) bieten. Das alte Grundstück am Falkenweg steht zum Verkauf.

Ein großes Thema, das in sämtlichen Ortsteilen seinen Niederschlag fand, waren die Bestrebungen im Bereich des Wohnbaus. Insgesamt wurden „angesichts einer 180-200 Interessenten umfassende Bauwerberliste“ 95 gemeindliche Bauplätze ausgewiesen – 43 davon in Dietmannsried, 17 in Probstried, elf in Reicholzried, elf in Schrattenbach und 13 in Überbach. In puncto Gewerbe ist die Erschließung des Gewerbeparks Süd (Nähe dm) abgeschlossen. Aktuell sei hier lediglich die Ansiedelung des Raiffeisen Lagerhauses geplant. Mit der Vergabe der weiteren noch offenen Flächen wolle man sich „Zeit nehmen, um genau zu prüfen, welche Art von Gewerbe für Gemeinde einen echten Mehrwert“ bedeute. „Beispielsweise wird diskutiert, ob eine zweite Tankstelle an dieser Stelle sinnvoll wäre.“ Im Gewerbepark Ost, östlich der A7, hat die Gemeinde weitere 25.000 Quadratmeter Fläche erworben, für die bereits Baurecht besteht. Auch hier steht die Auswahl der Grundstücksbewerber noch bevor.

Wichtiges Thema in Probstried war zum einen die Zukunft des, von der Gemeinde erworbenen, 5300 Quadratmeter großen Areals des Gasthofs Hirsch samt Biergarten. „Der östliche Gebäudeteil wird auf Dauer nicht zu erhalten sein.“ Eine Bürgerin regte an, über barrierefreies Wohnen nachzudenken, „damit die Probstrieder daheim im Ort alt werden können.“ Zum anderen interessierte viele Bürger der Sachstand bei der gewünschten Sanierung oder aber Verlegung der vielbefahrenen Staatsstraße, die mitten durch den Ort führt. Eine Bestandssanierung oder ein Neubau sei von Seiten des Staatlichen Bauamts grundsätzlich denkbar, so Endres, „wenn die Gemeinde hierfür die Untersuchungen durchführt.“ Für die Umgehungsstraße machte er den Anwesenden indes wenig Hoffnung. Hierüber habe es bisher keine Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt gegeben. Zwar sei der Durchgangsverkehr sicherlich sehr belastend für die Anwohner, doch eine Messung der Verkehrsmengendaten habe, im Vergleich zu anderen, wesentlich stärker belasteten Kommunen, keine akute Dringlichkeit ergeben. Insofern sei „leider mit einem Planungshorizont von circa 15 Jahren zu rechnen“. In Überbach war der rege Durchgangsverkehr aus Richtung Haldenwang Thema. Viele der Fahrzeuge halten sich hier nicht an das vorgegebene Tempo 30. „Da können wir nur immer wieder versuchen, an die Vernunft der Autofahrer zu appellieren“, so Endres, „rechtlich haben wir kaum Handlungsmöglichkeiten.“ In Reicholzried führt der Landkreis in absehbarer Zeit Maßnahmen zur Entschärfung des Einmündungsbereichs Fellenbergstraße durch. Was Dietmannsried selbst anbelangt, so wird in Kürze ein Parkverbot an der Fuggerstraße (zwischen Aldi und Lidl) eingerichtet, um das Problem der teils verkehrsgefährdend parkenden LKW in den Griff zu bekommen. Zudem steht die Gestaltung des Ortskerns auf der Agenda. „Viele Mitbürger wünschen sich einen schönen Dorfplatz, der zum Verweilen einlädt. Hierzu gibt es bereits erste Überlegungen.“

Sabine Stodal

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