Bunte Erinnerungen

Weit mehr als 99 Luftballons stiegen am Ende des Familienfestes in den blauen Abendhimmel auf. Foto: Lau

Als „Experiment“ hatte der damalige Grundschulleiter Ernst-Dieter Hartmann einst das „Martinszeller Ferienprogramm“ gestartet. Inzwischen ist sein Versuch längst zur Institution erwachsen. In diesem Sommer wurde für die Kinder der Waltenhofener Ortsteile Martinszell und Oberdorf von engagierten Eltern zum 40. Mal in Folge ein umfangreiches Freizeitangebot auf die Füße gestellt. Mit einem bunten Familienfest mit Kinderflohmarkt erinnerten die Macher von heute jetzt an die Anfänge von damals und luden neben dem Gründerteam von 1972 alle Helfer aus 40 Jahren Ferienprogramm ein.

Fast 20 Jahre lang hatte der einstige Grundschullehrer Ernst-Dieter Hartmann seine Idee vom Ferienprogramm für daheim gebliebene Schulkinder mit Leben gefüllt. Sommer für Sommer entwarf er mit einem Helferteam von rund 20 engagierten Eltern bunte Freizeitangebote. Von einwöchigen Hüttenaufenthalten über Tagestouren in den Allgäuer Bergen, vom Segelfliegen bis zur Schlauchbootfahrt auf der Iller, von Bastelnachmittagen bis Kochkursen, von Museumsbesuchen über Stadtführungen bis hin zu Ausflügen nach München, Augsburg oder Ulm reichte die Palette an Programmpunkten. Aus den Kindern von damals sind längst selbst Eltern geworden – und viele von ihnen geben heute an die eigene Jugend im Dorf weiter, was sie damals so genossen haben. So entstand auch in diesem Sommer wieder ein umfangreiches Programmheft mit insgesamt 21 Veranstaltungen während der sechs Wochen Sommerferien. Höhepunkt diesmal das große Familienfest mit Kinderflohmarkt auf dem Oberdorfer Sportgelände, zu dem die Macher von heute ganz speziell und sehr persönlich die Gründer von damals eingeladen hatten. Lange Gespräche In Fotowänden und stundenlangen Gesprächen bei Kaffee und Kuchen lebten Erinnerungen an die vielen Abenteuer aus 40 Jahren Ferienprogramm auf. Von gestohlenen Bergschuhen über jähe Wintereinbrüche bei Gipfelstürmen, von Heimwehattacken oder dem kaum zu kalkulierenden Kalorienbedarf heranwachsender Hüttengänger handelten die Geschichten. Und davon, wie viel Spaß die Betreuer selbst bei all den Unternehmungen hatten. Während die Großen in alten Zeiten schwelgten, übten sich die Mädchen und Buben zwischen sechs und 16 Jahren am Flohmarktstand in der freien Marktwirtschaft und erkämpften sich am Spieleparcours einen Freifahrtschein für einen von rund 100 Gasluftballons, die dann zum Abschluss der Feier in einem Pulk in den Abendhimmel geschickt wurden.

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