Buntes Fest auf der Burghalde

Echte Brasilianer dürfen auf dem Internationalen Burghaldefest natürlich nicht fehlen. Fotos: Tröger

Diesmal hatten sich die Organisatoren des Internationalen Burghaldefestes nicht vom wankelmütigen Wetter beeindrucken lassen. Am Tag vor dem Veranstaltungsdatum stand die freudige Botschaft auf der Internetseite des „Haus International“: „Burghaldefest findet am Samstag, 14. Juli, statt. Es soll nach Auskunft des deutschen Wetterdienstes trocken bleiben!“ Nun, trocken blieb es auch soweit. Dafür sorgten teilweise heftige Windböen für Verunsicherung bei Akteuren wie potentiellen Besuchern. Nach zweijähriger, wetterbedingter Zwangspause wagten aber doch viele Menschen ab dem Nachmittag einen Abstecher auf die Burghalde - und blieben, um Spiele und Theater für Kinder, internationale Spezialitäten, Folklore und Musik zu genießen.

Dem Wunsch von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) nach einem „friedfertigen, internationalen Burghaldefest“, stand also spätestens nach den Eröffnungsworten nichts mehr im Wege. Während im Spielbereich vor dem Burgenmuseum gebastelt, die Märchenerzählerin Annika Hofmann sowie das Kinder-Clown-Theater „Stolpernase“ beklatscht, oder auch diverse Geschicklichkeitsspiele trainiert wurden, galt es im oberen Teil der Burganlage, sich bei wechselndem Bühnenprogramm den kulinarischen Verführungen aus Ländern von Togo oder Libanon bis zu Selbstgebackenem aus dem Haus International hinzugeben. Pizzen in handlicher Größe gab es am Stand der italienischen Theatergruppe „gli amici“, die mit „zwei Profi-Pizzabäckern an den Start“ gegangen waren, wie Domenico Emanuele betonte. „Wir hoffen, dass wir mit den Einnahmen unsere Theaterkasse etwas auffüllen“, meinte er eher augenzwinkernd - denn eigentlich „machen wir es vor allem aus Spaß“. Außerdem, sprach er noch als Empfehlung aus, „macht unser Regisseur – eigentlich Tenor und Koch - Sergio Grimaldi nachher noch italienische Musik“ im Duo mit Enrico Sciulli. Aber erst einmal wurde auf der kleinen Bühne die Band Veto von der niedersächsischen Jagdhornbläsergruppe aus Lüchow-Dannenberg abgelöst, die für ein paar Tage in Kempten zu Gast weilte und einen musikalischen „Fürstengruß“ loswerden wollte. Hinter der ausladenden Theke lockten am brasilianischen Stand eine Vielzahl an kleinen, feinen Happen aus Fisch, Fleisch oder Gemüse und für den Nachtisch Naschereien wie Bolo xodo (Kokoskuchen) oder Maiskuchen. Seit rund 20 Jahren ist Florenice, die „alles selbst kocht“, immer wieder „gerne und mit Freude“ dabei. Dass seit dem Jahr 2000 das Wetter oft nicht mitspielt ärgert sie. Unterstützt wurde sie von ihrer Familie, die in allen Generationen am Stand vertreten war. Für die auch antialkoholischen Cocktails am Stand waren Adriana und Selma zuständig, die sonst ab und an auch brasilianische Kochkurse In Kempten und Obergünzburg geben. „Von Anfang an dabei“ ist Despina, an deren Stand es nach Griechenlandurlaub duftete. Dass sie vor Jahren aus Kempten weg nach Augsburg gezogen ist, bedauert sie. „Deshalb mache ich hier immer mit und treffe alte Freunde und Bekannte“, bekannte sie umringt von ihrer Familie. Eine Herausforderung war der dennoch eifrig besuchte Stand von Wegahta und Awat, deren ausgezeichnetes Enjera (vegetarisches Gemüse in Fladen aus Teff-Mehl) oder Derho a Zigni (Huhn in Fladenbrot) mit den fünf Fingern einer Hand verspeist werden musste. „Wir wollen die kulturelle Vielfalt in Kempten mit diesem Fest aufzeigen“ hatte Gabriele Heilinger, Vorsitzende vom Haus International, zur Eröffnung gesagt. Den Schlusspunkt dieses gelungenen Anliegens setzte am späten Abend die 16-köpfige Band „Meggadadunga“ mit afrikanischen Trommelrhythmen zu Saxophonsound.

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