Buntes Programm

Die Seelöwen der Familie Duss geben ihr akrobatisches Können zum Besten. Foto: Spielberg

Alle fünf Jahre kommt der in München beheimatete Circus Krone nach Kempten und viele Zirkusfreunde warten darauf, das neue Programm auf dem Gelände der Allgäuhalle zu bestaunen. Bereits Tage zuvor kündigte sich der nach eigenen Angaben größte Zirkus Europas durch umtriebiges Treiben im Umfeld des Geländes an der Kotterner Straße an.

Da bogen plötzlich Dutzende von schweren Lastkraftwagen vom Ring kommend in Richtung Innenstadt ab und im Nu war eine großes blaues Festzelt für rund 4000 Zuschauer in die Höhe gezogen. Zur Allgäu-Premiere von „Celebration – Krone bleibt Krone” am Dienstagabend kam ein bunt gemischtes Publikum aller Alters- klassen. Zu Beginn der von Gene Reed inszenierten Show betraten alle Künstler und Artisten des Abends zu einem großen Opening die Manege und schon ging es mit einem bunten, rasant präsentierten Programm in einem fort. Da wechselten sich Artisten wie die „Anastasini Brothers” oder der „Truppe Dalian” ab mit spektakulären Tiernummern mit Elefanten, Kamelen, Lamas, Löwen und Zebras. Verbunden wurde das Ganze durch Einlagen der beiden Clowns „Les Rossyann” und revueartigen Musicaleinlagen des Krone eigenen Tanzballetts. 180 Minuten Zirkus-Programm vom Feinsten wurde so geboten und immer wieder hallte tosender Applaus oder ungläubige „Ahs” und „Ohs” im weiten Rund auf. Beeindruckende Show Man mag gar nicht sagen, welche der Nummern Höhepunkte des Abends war. Aber selbstverständlich ist ungläubiges Staunen im Publikum zu vermerken, wenn der Nashornbulle „Tsavo” mit seinem Dompteur Martin Lacey jr. – der zuvor mit 14 Löwen eine spannende Dressurnummer gezeigt hatte – das Manegenrund betritt. Das ist selbst für einen Zirkus ungewöhnlich und viele im Publikum halten beim Auftritt des Breitmaulnashorns die Luft an. So nah sitzt der Besucher an den Akteuren, dass der Atem der exotischen Tiere in den ersten Reihen spürbar ist. Diese Mischung aus der Nähe zu den Akteuren, dem bunten, rasanten Treiben unter der Zirkuskuppel, den vielen Tieren, dem Tempo der Vorstellung – das alles ist die Faszination Zirkus, die sich nur live erleben lässt. Ein Schwenk durch das Publikum lässt erkennen, viele sind mit ihren Kindern und Enkeln gekommen, und auch wenn der Zirkusbetrieb in punkto Tierschutz immer wieder Diskussionsstoff bietet, so vermittelt er doch auch Faszination an Tieren und großen Respekt vor ihnen. Zum Ende des Abends unterstreichen die vier Seelöwen Chico, Tino, Joe und Charlie der Familie Duss diesen Eindruck auf besondere Weise. Intelligent wie Delphine, ist es hinreißend zu beobachten, zu welchen akrobatischen Darbietungen die vier kalifornischen Meeresbewohner in der Lage sind. Authentisches Spektakel Einer der Höhepunkt des Abends aber war der Akrobat Crazy Wilson, der nach dem Auftritt der wunderschön zu betrachtenden Nummer der Truppe „Chy Fu Dey” seine Performance aus Akrobatik und Körperbeherrschung dem Publikum darbot. Da stockte so manchem im weiten Rund der Atem, wenn Crazy Wilson mit atemberaubender Geschwindigkeit sich im Todesrad dreht und dabei Loopings und Salti schlägt. Bei diesen Stunts ist absoluter Gleichgewichtssinn, Mut und Präzision gefragt und man ist am Ende dieser Gala-Vorstellung für einen Moment voller Respekt vor dem Wagemut und der Professionalität dieser Künstler und Akrobaten. Der Zirkus hat es in einer Zeit, deren Freizeitangebote geprägt sind von großen Musicals-Events, 3-D-Kinofilmen und hyperrealistischen Computerspielen, schwer sich zu behaupten, aber er ist am Ende des Tages, trotz aller Inszenierung, ein sehr authentisches Spektakel, das jedes Kind einmal im Leben erlebt haben sollte. Ein Besuch der „Celebration – Krone bleibt Krone” Gala-Vorstellung von Deutschlands einzig großer verbliebener Zirkusfamilie Krone ist ein Be- such mit der ganzen Familie wert. „Eure Gunst – Mein Streben” war der Leitspruch des Zirkusgründers Carl Krone und das ist wahrlich bis heute so geblieben. Weitere Vorstellungen des Circus Krone in der Stadt Kempten sind noch am heutigen Samstag, 21. Juli, um 15.30 Uhr und 20 Uhr sowie am morgigen Sonntag, 22. Juli, um 14 und 18 Uhr auf dem Freigelände an der Kemptener Allgäuhalle in der Kotterner Straße zu sehen.

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