Kammermusik "Aus der Neuen Welt" bei "Classix"

Von George Gershwin bis Hanns Eisler

Veranstalter

Dass Kammermusikkonzerte generell schwach besucht sind und mit ausgefallenem Repertoire erst recht, ist den beiden Köpfen des „Classix Kempten“-Festivals bewusst. Für sie umso mehr Grund dafür, den Menschen auch im elften Jahr nahe zu bringen, wofür ihr Herz aus Überzeugung schlägt.

Und tatsächlich: die bekannten und oft unbekannten Perlen, die sie Jahr für Jahr zu wechselnden Themen ausgraben erfreuen sich inzwischen nicht mehr nur eines festen Stammpublikums.

Unter „Aus der Neuen Welt. Angeeignetes und Originäres“ haben Organisator Dr. Franz Tröger und der Künstlerische Leiter Oliver Triendl für dieses Jahr Nordamerika – mit den USA, Kanada und Mexiko – ins Visier genommen. Der Titel „Aus der Neuen Welt. Angeeignetes und Originäres“ habe allerdings nichts mit der Komposition „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorák zu tun, wehrte Tröger beim Pressegespräch diese Woche gleich ab. Zusammen mit Heinrich Baur, Gründungsmitglied des Vereins Freundeskreis Classix-Konzerte, stellte er das 11. Internationalen Festival der Kammermusik vor, das vom 18. bis 25. September 2016 mit fünf Konzerten plus einem verkürzten Sponsorenkonzert zu Beginn der Festivalwoche – Plätze im Parkett sind im Freiverkauf zum Reinschnupperpreis von zehn Euro zu haben – im Theater in Kempten über die Bühne gehen wird.

Es bleibt auch im elften Jahr beim bewährten Konzept: ein ausgefallenes Programm mit bekannten und unbekannten Perlen; renommierte Musiker, die sich hier zum Teil erstmalig begegnen und während der Festivalwoche die auch ihnen oftmals bislang unbekannten Stücke gemeinsam in öffentlichen Proben erarbeiten.

Bei der Wahl des diesjährigen Themas habe „keiner geahnt, was da auf uns zukommt“, deutete Tröger an, auf eine solche Fülle an Entdeckungen gestoßen zu sein, dass eine Woche nicht reiche, um alles unterzubringen. Das Programm zeigt Stücke vom Solo bis Nonett von – anders als im nordamerikanischen Raum – bei uns unbekannten Komponisten wie Amy Beach (1867-1944), Henry Dixon Cowell (1897-1965) oder Leo Ornstein (1893-2002), aber auch geläufige Namen wie Leonard Bernstein (1918-1990), George Gershwin (1898-1937) – für Tröger einer der „wichtigsten Komponisten“ –, Philip Glass (*1937) oder Hanns Eisler (1898-1962). Wirklich experimentelle Musik sei aber, so der Organisator, nicht dabei.

Der Blick ins Programm verspricht eines der musikalisch vielfältigsten Classix-Festivals, was auch damit zu tun haben dürfte, dass es in Amerika eine „Vielzahl von auseinanderstrebenden Entwicklungen gibt“, wie Tröger erklärte: einmal der Jazz, dann der aus der Weite des Landes entstandene Folk, Broadway-Musik.... und natürlich die Einflüsse durch Einwanderer, vor allem der größtenteils namhaften Künstler, die in den 1930er Jahren vor der NS-Herrschaft geflohen seien. Lange Zeit habe man sich in unseren Breiten ernst zu nehmende E-Musik aus Übersee kaum vorstellen können, zumal dort ein – bei uns verpönter – lockerer Umgang zwischen den Musik-Genres gepflegt werde und ein Komponist problemlos sowohl ernste Musik schreiben könne, als auch Musicals.

Als Vertreter der dortigen Komponistenszene konnte Triendl den New Yorker Derek Bermel (*1967) als Composer-in-Residence verpflichten. Unter anderem wird von ihm die Uraufführung „Over Algiers“ für Violine und Klavier zu hören sein. Mit Spannung erwarten Tröger und Baur schon das Komponistengespräch, denn Bermel sei nicht nur einer der derzeit herausragendsten Komponisten in den USA, sondern auch „einer der wenigen, die interaktiv mit dem Publikum kommunizieren wollen“. Zudem sei der vielfach ausgezeichnete und für seine „Kreativität, Theatralik und Virtuosität gepriesene“ Bremel nicht nur Komponist, sondern auch ein Klarinettist, der beim Classix-Festival voraussichtlich auch mit dem Instrument auf der Bühne stehen werde.

Kartenvorverkauf beim Kreisbote Kempten, Salzstraße 30. Infos zu Musikern, Programm und Tickets im Internet unter www.classix-kempten.de.

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