Dach mit Neigung muss sein

An der Ecke Beethoven-/Königstraße soll leicht nach hinten versetzt ein vierstöckiges Gebäude gebaut werden. Auf Wunsch der CSU mit geneigtem Dach. Foto: Matz

Beim Umbau des Brauhaus-Geländes zeichnet sich offenbar eine für alle Beteiligten tragbare Lösung ab, die sowohl den Erhalt des Sudhauses als auch die Eingliederung des Areals in das Erscheinungsbild der Beethovenstraße möglich macht. Bauverwaltung und Bauausschuss verständigten sich am Dienstag vergangener Woche jedenfalls darauf, die Lücke zwischen dem Verwaltungsgebäude der Brauerei und der Königstraße mit einem viergeschossigen, leicht nach hinten versetzten Gebäude zu schließen. Das Aufstellungsgutachten zum Bebauungsplan passierte das Gremium dann auch einstimmig.

Zunächst als großer Durchbruch gefeiert, offenbarte der städtebauliche Rahmenplan zur Umgestaltung des Brauhaus-Areals im weiteren Verlauf der Debatte Schwächen. Erst sprach sich die Öffentlichkeit gegen den Abriss des historischen Sudhauses aus. Dann störte den Bauausschuss die bauliche Gestaltung der Ecke Beethoven-/Königstraße, da das ursprünglich geplante L-förmige Gebäude nicht in das historische Bild der Beethovenstraße passe. Jetzt scheint sich aber eine für alle Beteiligten tragbare Lösung abzuzeichnen. „Das könnte sich der Investor vorstellen“, betonte Uwe Weißfloch vom Stadtplanungsamt. Was sich der Investor Hannes Geierhos offenbar vorstellen kann, ist ein viergeschossiges, etwa 14 Meter hohes Gebäude neben dem historischen Verwaltungsbau des Brauhauses. Das Haus soll bewusst nach hinten auf Höhe der Villa (Nr. 13) westlich der Kreuzung versetzt werden. „Damit wird das Haus in die Gesamtstruktur eingebunden“, erläuterte Weißfloch. Ein weiterer Vorteil: Das historische Verwaltungsgebäude dominiert auch weiterhin die Ansicht. Darüber hinaus sieht die überarbeitete Planung ein ebenfalls vier- bis fünfgeschossiges Gebäude entlang der Königstraße vor. Allerdings deutlich abgerückt vom neuen Haus in der Beethovenstraße. „Diese Baustruktur fügt sich zum einen sehr gut in das städtebauliche Leitbild der Beethovenstraße ein und entspricht aber auch weiterhin der städtebaulichen Leitidee aus dem Wettbewerb für die restliche Bebauung des Brauhaus-Areals“, erklärte Weißfloch das Vorhaben. Keine Flachdächer Vor allem auf Wunsch der CSU-Stadträte wurde schließlich doch noch eine kleine Änderung vorgenommen: Statt Flachdächern auf den Gebäuden sprach sich Fraktionschef Erwin Hagenmaier für geneigte Dächer aus. „Die Dachform ist eine Klammer, die ich in der Beethovenstraße schon haben möchte“, betonte er. Das Argument der moderneren Optik wollte er nicht gelten lassen: „Warum muss man immer erkennen, dass etwas Neues gemacht wurde?“, fragte er und appellierte, dem Investor kein falsches Signal zu geben. Sein Fraktionskollege Karl Sperl und FDP-Stadtrat Bruno Steinmetz sprachen sich ebenfalls gegen flache Dächer aus. Einstimmig entschied sich der Bauausschuss schließlich für diese Anregung und das entsprechende Aufstellungsgutachten für den Bebauungsplan. Auf dem rund 15 000 Euro großen Brauhaus-Areal soll künftig ein Mix aus Büros, Dienstleistungen und Wohnen entstehen. Ob das Sudhaus dafür tatsächlich abgerissen werden muss oder nicht, ist derzeit noch offen. Die Bauverwaltung will es wenn möglich erhalten, Investor Hannes Geierhos hat sich bislang noch nicht endgültig geäußert.

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