"Das erste gemeinsame Kind"

Ein Beschluss des Aufsichtsrats will es so, jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Das Klinikum Kempten und die Kliniken Oberallgäu gründen ein gemeinsames, standortübergreifendes „Herz- und Gefäßzentrum Oberallgäu-Kempten“. „Das ist das erste gemeinsame Kind des neuen Klinikverbundes“, frohlockte Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu, am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts. Mit der Berufung von Privat-Dozent Dr. med. Martin Karch zum zweiten Chefarzt der Kardiologie des Kemptener Krankenhauses erfolgt zudem wie geplant der Ausbau der kardiologischen Abteilung Kempten.

Das neue gemeinsame Herz- und Gefäßzentrum wird zwar mit den Standorten Kempten und Immenstadt räumlich weiter getrennt bleiben, aber auf der kooperativen, medizinischen und organisatorischen Ebene künftig im Schulterschluss eng zusammen arbeiten. Betrieben wird das neue Herzzentrum von den Chefärzten Dr. Martin Karch (Kempten), Dr. Wulf Ito (Immenstadt) und Prof. Dr. Jan Torzewski. Ein Nachfolger für den zum Jahresende in den Ruhestand gehenden Kemptener Dr. Friedrich Seidel wird derzeit noch gesucht. Geballte Kompetenz Alle vier Chefärzte haben ihre eigenen, sich ergänzenden Spezialgebiete im Bereich der Herz-Kreislauferkrankungen. So gilt Karch als Fachmann für kardiale Elektrophysiologie. Dabei werden Herzrhythmusstörungen vor allem mit kleinen Kathetern und Ablations-Kathetern behandelt anstatt langwierig mit Medikamenten. „Als langjährig erfahrener Operateur kann ich neue Impulse in die bereits auf hohem Niveau durchgeführte Versorgung mit Herzschrittmacher- und implantierbaren Defibrillatorsystemen einbringen“, sprach Karch ein weiteres Steckenpferde an. Prof. Dr. Jan Torzewski ist Chefarzt des Herzzentrums in Immenstadt und war im vergangenen Sommer dabei, als die Zusammenarbeit zwischen dem Oberallgäuer Klinik als Lehrkrankenhaus und der Uni-Klinik Ulm ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte: Ein 86-jähriger Patient aus Immenstadt erhielt in Ulm erstmals in der Geschichte der Uni-Klinik eine neue Herzklappe durch die Herzspitze. Einer der drei Operateure: Prof. Dr. Torzewski. Privat-Dozent Dr. Wulf Ito ist Fachmann auf dem Gebiet der Gefäßmedizin (Angiologie), ein integraler Bestandteil des neuen Herz- und Gefäßzentrums. „Als interventioneller Angiologe und Kardiologe ist es mein Ziel, in enger Zusammenarbeit in Immenstadt und Kempten Patienten mit Gefäßerkrankungen vor Ort umfassend zu versorgen“, erklärte er. "Ein Paradebeispiel" Der vierte Chefarzt, der die Nachfolge von Dr. Seidel antreten und derzeit noch gesucht wird, soll eine neue Kathetertechnik mitbringen, die besonders bei Schwerkranken große Herzklappenoperationen vermeiden sollen bzw. eine lebenslange Einnahme von Blutverdünnern überflüssig machen – so jedenfalls sieht es das Anforderungsprofil vor. Geschäftsführer Ruland bezeichnete die Gründung des neuen Zentrums als „Paradebeispiel“ für die Vorteile des neuen Klinik-Verbundes. „Die wohnortnahe, medizinische Versorgung der Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen in Kempten und dem gesamten Oberallgäu kann dadurch noch einmal deutlich verbessert werden“, sagte er.

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