Keine zusätzliche CO2-Kompensation

"Geringe Bewegungen"

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Kempten – Eine hitzige Debatte hatte der Antrag von ödp-Stadtrat Michael Hofer in der letzten Sitzung des Stadtrats vor der Sommerpause ausgelöst. Er rückte das Thema Flugreisen, die für das Klima besonders schädlich seien, in den Fokus und regte an, für Flüge von Vertretern der Stadt Kempten und ihrer Tochterunternehmen wie KKU (Kemptener Kommunalunternehmen) oder AÜW (Allgäuer Überlandwerk) CO2-Kompensationen an die Umweltorganisation „Atmosfair“ zu leisten und damit CO2-freundliche Projekte zu fördern.

Wie Stadtdirektor Wolfgang Klaus für den Bereich Stadtverwaltung darlegte, wird nur dann geflogen, „wenn nichts anderes mehr in Frage kommt“ und das seien „letztendlich nur die Flüge nach Sligo“. Auf das Reiseverhalten der Tochtergesellschaften „hat die Stadt keinen Einfluss“. Neben dem bewussten Reiseverhalten kann die Stadt mit zahlreichen Aktivitäten in den Bereichen Energiemanagement und Klimaschutz aufwarten, unter anderem mit der Mitgliedschaft in der Moorallianz oder auch der Unterstützung des Ausbaus von E-Mobilität sowie – über das AÜW – von Ökostrom.

Hofer wies darauf hin, dass ein Flug von Memmingen nach Sligo „45 Prozent des CO2-Fußabdruckes pro Jahr entspricht, der noch umweltverträglich ist“.

Fünf Personen, die 2015 nach Sligo geflogen seien, und „ein OB einmal nach Berlin“, weil es zeitlich anders nicht gegangen sei, listete OB Thomas Kiechle die Gesamtflüge im vergangenen Jahr auf. Das entspricht laut Hofer einer Kompensationssumme von 84 Euro für Baumpflanzungen durch Atmosfair. Angesichts der „geringen Bewegungen“ sah Kiechle darin aber keinen Weg, „der für uns relevant ist, weil wir das schon konzeptionell umsetzen“. Das sahen auch CSU und FW weitgehend so. Den Grünen-Stadträten Thomas Hartmann und Hans Mangold ging es allerdings weniger um die Summe, als um das „Signal“. Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) merkte an, dass dann auch kompensieren müsse, „wer im Winter sein Zimmer über 22 Grad heizt“ und Richard Hiepp (CSU) sprach gar von einem „Ablasshandel“.

Auf Gegenliebe bei Hofer stieß ein Kompromissvorschlag von Regina Liebhaber (SPD), die Kompensation statt sie nach außen zu geben, lieber zur Finanzierung weiterer Hochbeete für Schulen durch die IG-FÜR verwendet sehen wollte. Am Ende stimmte eine Mehrheit von 25 Gremiumsmitgliedern gegen den Antrag Hofers.

Christine Tröger

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