Dialog mit den Bürgern

Porsche will von der Memminger Straße nach Leubas umziehen und die Verwaltung muss deshalb den neuen Flächennutzungsplan (FNP) noch einmal ändern und neu auslegen. Kritik an dem Projekt am Ortsrand von Leubas äußerten sowohl im Bauausschuss als auch am Donnerstagabend im Stadtrat vor allem die Grünen. Am Ende sprachen sie sich geschlossen gegen eine entsprechende Änderung des FNP aus.

Statt um Bauanträge oder Bebbauungspläne ging es eigentlich nur darum, einige auf Geheiß der Regierung von Schwaben nötig gewordene Änderungen am Flächennutzungsplan vorzunehmen. In diesem Zuge schlug Antje Schlüter, Leiterin des Stadtplanungsamtes vor, die als Mischgebiet ausgewiesene Fläche vor Leubas zur Sonderbaufläche für ein Autohaus um zu ändern. Grund: Ein Investor habe bereits konkrete Pläne, ein solches Gebäude dort zu bauen. Das bestätigte auch Porsche-Sprecher Dirk Erat gegenüber dem KREISBOTE. Seinen Angaben zufolge wird das Porsche-Haus aus der Memminger Straße nach Leubas umziehen. Kempten habe eine sehr interessante Kundenstruktur, gab er an. Im September wolle der Sportwagenhersteller ein neues Modell auf den Markt bringen, das dann auch gleich bei Erscheinen am neuen Standort in Leubas verkauft werden soll. Heißt: Bis September soll das neue Autohaus der Edel-Marke in Leubas stehen. Ein Autohaus würde sich zwar als so genanntes „nicht störendes Gewerbe“ durchaus dazu eignen, sich ein solches Mischgebiet mit Wohnhäusern zu teilen, so Schlüter. Die Stadt müsste sich aber darum bemühen, auch Wohnungen dort anzusiedeln. Dafür wäre mit einem Autohaus allerdings kein Platz mehr. Deswegen solle man die Fläche gleich ganz für ein Autohaus reservieren. Ein Bauantrag liege jedoch noch nicht vor. Erst nachdem der FNP entsprechend abgeändert und genehmigt ist, könne auch ein Bebauungsplan für das Gebiet verabschiedet werden. Bereits parallel dazu könne jedoch ein Bebauungsplanverfahren starten. Geschehen sei das bisher aber noch nicht. Dialog mit den Bürgern Kritik an dem rund 7700 Quadratmeter großen Vorhaben äußerten in beiden Gremien insbesondere die Grünen. In dem top-modernen Gewerbebau sah beispielsweise Hans Mangold einen krassen Widerspruch zu dem dörflichen Charakter, den man in Leubas stets habe erhalten wollen. „Das Risiko ist sehr groß, dass der dörfliche Charakter erheblich gestört wird“, gab er zu bedenken. Mit dem neuen Gewerbegebiet habe man den Leubasern eh schon sehr viel zugemutet. „Die Dimension des Baukörpers ist schon krass“, warf hingegen sein Fraktionssprecher Thomas Hartmann ein. Bürger ins Boot holen „Probleme zuzustimmen“, äußerte auch Stadtrat Siegfried Oberdörfer (SPD). Man habe extra die Abstandsflächen vergrößert, um eben diesen Charakter zu erhalten, betonte er im Bauausschuss. Weniger dramatisch sahen die Christsozialen die Situation. Man greife hier nicht in eine Idylle ein, meinte etwa der Fraktionsvorsitzende Erwin Hagenmaier. „Wir haben verdammt wenig Flächen von 1,2 Hektar, die wir anbieten können“, ergänzte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Bürgermeister Josef Mayr (CSU) regte hingegen an, die Bürger mit ins Boot zu holen und mit ihnen zu diskutieren, was auch Thomas Kiechle forderte. Ingrid Vornberger von der SPD gab zwar zu, dass ihrer Fraktion ein Mischgebiet lieber wäre als die jetzt anvisierte Sonderbaufläche. „Aber mit dem Vorschlag von Bürgermeister Mayr können wir ganz gut leben.“ Das sah die Mehrheit ähnlich, die der Änderung des FNP schließlich zustimmte.

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