"Die Salzlieferung stockt"

Schneeberge und rutschige Straßen – der Winterdienst ist aktuell im Dauereinsatz. Aber es sind nur noch 300 Tonnen Salz da. Um die Öffentlichkeit über die aktuellen Bedingungen im Winterdienst zu informieren und zu beschreiben, was der Städtische Betriebshof leistet, organisierte die Bauverwaltung am Dienstag eine Rundfahrt durch die Stadt. Der Leiter des Betriebshofes, Uwe Gail, der Leiter des Tiefbauamts, Markus Wiedemann, Beltinger und Polizeihauptkommissar Thomas Riester informierten dabei über die Zustände in Kempten.

„Rund 2500 Tonnen Salz haben wir bis jetzt verbraucht“, erläuterte Gail. Bisher habe es auch keine Probleme gegeben, aber jetzt stocke die Lieferung. „Wir haben noch etwa 300 Tonnen Salz auf Lager, mit dem wir auskommen müssen“, so der Betriebshofleiter weiter. Auf den Salzmangel müsse der Winterdienst reagieren, fügte Beltinger an. „Deshalb herrscht derzeit in Kempten ein differenzierter Winterdienst.“ Das heißt, dass Abstufungen gemacht werden müssen. Gefahrenstellen werden zuerst geräumt und gestreut, weniger wichtige Stellen werden nur geräumt und in Wohngebieten „haben die Straßen eine absolut untergeordnete Rolle“, so die Baureferentin. Um Salz zu sparen, arbeite man in Kempten auch mit Feuchtsalz, ergänzte Gail. „Das ist mit Sole angefeuchtetes Trockensalz.“ Das Zumischen von Feuchtsalz reduziere die Ausstreumenge um ein Drittel bei besserer Wirkungsweise, erklärte der Betriebshofleiter weiter. „Das Feuchtsalz wird durch die nachfolgenden Autos auf die Straße geklebt“. An vielen Straßen wird nur an Einmündungen gesalzen. Die Autos verteilen das Salz dann über einen größeren Raum, wodurch ein großer Teil der Straßen frei wird. Gail ergänzte, dass die gesetzliche Bedingung sei, dass zu Beginn des Berufsverkehrs die Hauptverkehrsstraßen frei sein müssen. Räum- und Streupflicht bestehe eigentlich nur an verkehrswichtigen Stellen, ansonsten herrsche nur Räumpflicht. „In Kempten und Umgebung müssen zusätzlich noch die Straßen für die Schulbusse freigemacht werden“, so Gail. Dabei seien auch Schneeverwehungen ein großes Problem, deshalb sind im Außenbereich rund zehn Kilometer Schneewände aufgestellt, die die Straßen schützen. Der Betriebshof ist derzeit mit zehn Großräumgeräten, fünf kleinen und 29 angemieteten Fahrzeugen unterwegs. Trügerische „Schwarzdecke“ Baureferentin Beltinger machte klar, dass es rechtlich nur notwendig sei, die Straßen verkehrssicher zu machen. Kempten versuche jedoch sie zusätzlich noch gut befahrbar zu machen. Aus Sicht der Polizei sei der Aspekt „Schwarzdecke“ gut, fügte Polizeihauptkommissar Riester an. Das heißt, dass die Straßen vom Schnee befreit und gut gestreut ist. Das Problem besteht für Riester dabei jedoch darin, dass der Autofahrer in der Schwarzdecke eine trügerische Sicherheit sieht. „Die Verkehrsteilnehmer passen sich nicht immer den Bedingungen an“, sagte er und erklärte, dass man sich nicht auf den Winterdienst verlassen dürfe, da die Straßenverkehrsordnung die Verantwortung auf den Verkehrsteilnehmer übertrage. Probleme gibt es bei den aktuellen Bedingungen auch mit dem ruhenden Verkehr. Parkende Autos verengen die Straßen teilweise sehr. Die Durchfahrtsbreite einer Straße müsse mindestens drei Meter betragen, da die Schaufelbreite eines Schneepfluges zwischen 2,80 und drei Meter betrage.

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