Angebot für alle

Gwand aus zweiter Hand

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Pfarrer Dr. Martin Awa (Mitte) freute sich über seinen frisch erworbenen Fahrradhelm. Auch der 2. Bürgermeister Otto Schmid und Gemeinderatsmitglied Stefan Munz waren gekommen, um „Gwand aus zweiter Hand“ in Augenschein zu nehmen.

Dietmannsried – Der Dietmannsrieder Helferkreis Asyl hat unter dem Namen „Gwand aus zweiter Hand“ jüngst einen ganz besonderen Second-Hand-Laden eröffnet.

Dieser hat zweimal monatlich geöffnet und bietet nicht nur Asylbewerbern, sondern allen Bürgern die Gelegenheit, gut erhaltene, schöne Kleidung aus zweiter Hand sowie Spielsachen zum äußerst günstigen Preis zu kaufen.

Selbst der örtliche Pfarrer Dr. Martin Awa ließ es sich bei der Eröffnung des Ladens, der eigentlich ein großer Raum im 2. Stock der Alten Schule ist, nicht nehmen, in den ordentlich bestückten Regalen und auf den Kleiderständern zu stöbern. Letztlich wurde der Geistliche fündig und erstand einen Fahrradhelm für gerade einmal zwei Euro. Neben ihm waren viele Bürgerinnen und Bürger der Einladung gefolgt und hatten den Premierentag genutzt, um einen Blick auf das Angebot zu werfen. Einige der in Dietmannsried ansässigen Asylbewerberinnen hatten ihre Kleinkinder mitgebracht und diese gleich mit dem einen oder anderen Teil hübsch eingekleidet. Und auch so mancher Einheimische trug, obwohl er oder sie „bloß amol luege“ hatte wollen, einen ganzen Arm voll Sachen – darunter Brettspiele und sogar der eine oder andere kaum getragene Markenartikel - nach Hause. „Ich bin echt überrascht, wie viele schöne Sachen es hier gibt und wie unglaublich günstig die sind“, meinte eine der Kundinnen. „Ich habe zum Beispiel ein Paar adidas-Schuhe für meine Tochter für zwei Euro gefunden. Da überlege ich doch nicht lange.“ Sie wolle auf jeden Fall wiederkommen, so die dreifache Mama. Und zwar nicht nur, um nach neuen Schnäppchen zu stöbern, sondern auch um ausgemusterte gute Kleidung ihrer Sprösslinge zu spenden und dadurch mit dafür zu sorgen, dass der Laden läuft.

Rainer Lenzenhuber, einer der Initiatoren des Ladens, freut sich über den regen Zulauf. Er ist zusammen mit seiner Frau Angelika im Asylhelferkreis aktiv und hier für die Sachspenden zuständig. „Wir mussten in der Vergangenheit leider häufig Kleidung ablehnen, die uns von Bürgern angeboten wurden. Daher war es uns wichtig, einen Raum dafür zur Verfügung zu haben“, sagt er und ergänzt: „Wir haben die Preise extra niedrig kalkuliert, damit wirklich jeder sich die Sachen leisten kann.“ Tatsächlich kosten T-Shirts zwischen 50 Cent und einem Euro, Hemden, Nachtwäsche, Spiele und Puppen sind auf der aushängenden Preisliste ebenfalls mit einem Euro veranschlagt, Pullis und Hosen mit 1,50 Euro, Lederjacken, Skibekleidung und Mäntel mit maximal fünf Euro, Taschen für zwei Euro und Schuhe kosten zwischen zwei und vier Euro. Die Kindersachen sind zumeist sogar noch billiger zu haben. Den Erlös lassen die engagierten Organisatoren einem sozialen Zweck in der Gemeinde zukommen. „Jetzt hoffen wir bloß, dass die Leute immer wieder mal bei uns vorbeischauen“, sagt Angelika Lenzenhuber. „Es lohnt sich, wie man sieht.“

Der Laden „Gwand aus zweiter Hand“ in der Krugzeller Straße 3 ist jeden zweiten und vierten Montag des Monats (außer an Feiertagen) geöffnet. Warenannahme ist von 16 bis 17 Uhr, wobei Haushaltsartikel nicht angenommen werden. Die Verkaufszeit ist von 17 bis 19 Uhr. Das Team sucht ständig neue Waren, aktuell vor allem gut erhaltene, saubere Herbst- und Winterkleidung, auch für Babys und Kinder, Größe 68 bis 104.

Sabine Stodal

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