Richtigen Weg finden

Stadtrat ringt um Balance

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Vier Mehrfamilienhäuser in Hanglage und drei Doppelhäuser auf dem leichten Höhenrücken sollen im Wohnbaugebiet „Alpenpanorama“ auf dem Gelände des ehemaligen Altenheims im Bereich Sedan- und Martinsstraße gebaut werden.

Lindenberg – Das wird sicher etwas Besonderes: Innenstadtnah und in bester Aussichtslage wird nun das Wohnbaugebiet „Alpenpanorama“ in Lindenberg verwirklicht. Vier Mehrfamilienhäu- ser in Hanglage und drei Doppelhäuser auf dem leichten Höhenrücken werden gebaut.

Überdies ist ein richtungsweisendes Nahwärmekonzept dafür geplant mit Blockheizkraftwerk und Pelletheizung. Errichtet wird das Bauvorhaben von der IVG aus Lindau und Leutkirch, die auch das betreute Wohnen auf dem ehemaligen Fabrikareal Reich baut.

Bei diesem Wohnbauvorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Altenheims im Bereich Sedan- und Martinstraße zeigte sich bei der Diskussion im Stadtrat einmal mehr, dass es eine Gratwanderung ist, für Bebauungspläne sinnvolle und praktikable, lebensnahe Regelungen zu finden und sie nicht durch bürokratische Vorgaben zu überfrachten.

So hakten die Stadträte bei einigen Wünschen und Anregungen der beteiligten Behörden ein. Zum Beispiel forderte die Immissionsschutzbehörde im Landratsamt, dass einige oberirdische Parkplätze zwischen 22 und 6 Uhr nachts nicht benützt werden dürfen und durch versenkbare Poller, Klappbügel etc. abzusperren seien. Stadtrat Ludwig Gehring erklärte, das funktioniere nicht und es sei lebensfremd. Man könne Besuchern nicht vorschreiben, wann sie wegfahren. Helmut Wiedemann stieß ins selbe Horn.

Eine ähnliche Diskussion gab sich bei Vorgaben, die die Nutzung regenerativer Energien behindern. In diesem speziellen Fall ging es um die Möglichkeit, Fotovoltaikanlagen auf den Gebäuden zu errichten. Nachdem das Landratsamt vorgeschlagen hatte, aufgeständerte Anlagen in der Höhe zu begrenzen, wollte die Planerin diese nur auf der Dachfläche zulassen. Da hakte Anton Wiedemann ein. Er erklärte, selbst wenn es im Augenblick nicht geplant sei, könne man aufgeständerte Anlagen den künftigen Eigentümern nicht verwehren. Er schlug eine Höhenbegrenzung von 1,5 Meter vor.

Sogar der Bund Naturschutz begrüßt das Bauvorhaben, regt allerdings an, vorhandene Bäume zu erhalten. Auch das gab eine längere Diskussion. Vor allem für die Bäume entlang der Sedanstraße wurden durch Vorschläge von Dr. Wolfgang Dietlein und Christoph Wipper Möglichkeiten erwogen, sie zu erhalten.

Letztendlich lassen sie sich aber nicht erhalten, weil auch der Abwasserverband an dieser Stelle den Kanal neu bauen will. So ist eine neugepflanzte Baumreihe vorgesehen. Die neue Wohnbauanlage selbst soll mit etlichen Bäumen begrünt werden.

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