Diskussion um Vorgehensweise beim Wohnungsbau auf der Funkenwiese

"Keine Zeit zu verlieren"

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Über die Vorgehendweise beim Wohnungsbau auf der Funkenwiese wurde im Bauausschuss diskutiert. Die Entscheidung fiel dann auf eine Mehrfachausschreibung.

Kempten – Für eine „rasche Umsetzung“ des Wohnbauvorhabens auf der Funkenwiese zwischen Leutkircher Straße und Jerg-Rist-Weg im Stiftallmey plädierte Erwin Hagenmaier (CSU). Schließlich habe man keine Zeit zu verlieren. Mit fünf Gegenstimmen wurde vom Bauausschuss am vergangenen Dienstag schließlich der Beschluss gefasst, für die Fläche keinen städtebaulichen Wettbewerb mit bis zu zehn Teilnehmern zu veranlassen, sondern mit einer Mehrfachbeauftragung von lediglich drei Teilnehmern vorzugehen.

Die Stadt hatte bereits im November vergangenen Jahres die Änderung des bestehenden Bebauungsplans Stiftallmey beschlossen (der Kreisbote berichtete). Der etwa 3,45 Hektar große Geltungsbereichs soll künftig zur Wohnnutzung zur Verfügung stehen, geplant sind hierfür größtenteils Geschosswohnungsbauten.

Im Bauausschuss stellte Stadtplanerin Antje Schlüter jetzt die Idee einer Vorgehensweise vor, bei der die Flächen nicht von der Stadt selbst mit Vorentwürfen oder einem städtebaulichen Wettbewerb überplant werden, sondern die Flächen an einen Investor veräußert werden, der dann selbst die Fläche plant und bebauen lässt. Um dennoch „eine gute städteräumliche Qualität“ erreichen zu können, so Schlüter, soll mit der Grundstücksvergabe ein Wettbewerbsverfahren gekoppelt werden – ausgelobt mit acht bis zehn geladenen Teilnehmern in zwei Stufen – wodurch ein städtebaulicher Rahmenplan mit vorgegebenem Wohnungsschlüssel (30 Prozent 2-Zimmer-, 40 Prozent 3-Zimmer-, 25 bis 30 Prozent 4-Zimmer und bis zu 5 Prozent 5-Zimmer-Wohnungen), Anforderungen an die Wohnqualität und Erhaltung und Weiterentwicklung der biotopkartierten Flächen für die Funkenwiese entstehen soll. Das beste Wettbewerbsergebnis soll dann dem Bebauungsplan zu Grunde gelegt werden.

Hagenmaier sah in dem städtebaulichen Wettbewerb aber die Gefahr, dass sich die Zeitachse des geplanten Wohnungsbaus nach hinten verschiebt. Er halte von dieser Art der Wettbewerbe nicht mehr viel und eine alternative Beauftragung mit bis zu drei Teilnehmern würde ausreichen.

Da aber schon ein konkreter Bewerber im Hintergrund stünde, könne man mit einem Ergebnis des Wettbewerbs schon spätestens im Januar/Februar nächsten Jahres rechnen, hielt Schlüter dagegen. Zudem gebe es genaue Termine, die eingehalten werden müssen, wodurch sie keinen großen Zeitverlust sehe. Das Vorhaben soll Ende September im Gestaltungsbeirat behandelt werden, anschließend könnte man gegebenenfalls noch etwas an den Rahmenbedingungen für den Wettbewerb verändern. Dem Vorschlag der Verwaltung schlossen sich auch Siegfried Oberdörfer, Wolfgang Hennig (beide SPD), Michael Hofer (ödp), Theo Dodel-Hefele (Grüne) und OB Thomas Kiechle an, schließlich gehe es nicht mehr wie in der Nachkriegszeit darum, möglichst schnell Wohnraum zu schaffen, ohne andere Themen zu berücksichtigen, so Kiechle. Dreh- und Angelpunkt bei der Entscheidung zwischen städtebaulichem Wettbewerb oder Mehrfachbeauftragung sei neben dem Zeitfaktor auch die Qualität am Ende.

Mit sechs Gegenstimmen aus Reihen der CSU und Freien Wähler wurde der städtebauliche Wettbewerb am Ende dann aber abgelehnt, so dass der künftige Erwerber der Grundstücke nach neuer Beschlussfassung zu einer Mehrfachbeauftragung mit mindestens drei Teilnehmern verpflichtet wird. Eine Auslobung und Vorgabe der Rahmenbedingungen sind bei dieser Vorgehensweise nicht mehr möglich.

Lea Stäsche

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