Ehrenamtliche Hilfe

Engagiert auf dem Philippinen

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Der Arbeitskreis bei der Übergabe des Schecks für das Hilfsprojekt Mariphil.

Isny – Eine Veranstaltung des ökumenischen Arbeitskreises Isny sollte auf das Hilfsprojekt Mariphil aufmerksam machen und gleichzeitig auch über die Lebensumstände auf den Philippinen informieren. Der Anlass war leicht gefunden.

In diesem Jahr war Dorothea Grözinger für drei Monate im Kinderdorf der Stiftung gewesen, um dort ehrenamtlich Dienst zu machen.

Rosi Boldt, Vorsitzende des ökumenischen Arbeitskreises, begrüßte die zahlreichen Gäste, denn zu diesem Vortrag waren weit mehr Zuhörer gekommen als sich der Arbeitskreis erhofft hatte. Seit 20 Jahren werden in der Gotischen Halle des Paul Fagius-Hauses Artikel aus der „Dritten Welt“ angeboten und da kann man auf eine stolze Umsatzstatistik blicken.

Als erstes kam Martin Riester zu Wort, der das Hilfsprojekt Mariphil 2001 ins Leben gerufen hatte und jahrelang ehrenamtlich dafür tätig war. 2007 wurde daraus eine Stiftung, die sich in diesem armen Landstrich nicht nur um Kinder und Schule kümmert und mit Hilfe eines nicht genannten Sponsors für 380.000 Euro ein komplettes Kinderdorf auf die Beine stellte, sondern auch auf andere Projekte umgestiegen ist. So ist zum Beispiel eine landwirtschaftliche Kooperation entstanden in der sich 75 Klein- bauern mit gemeinsamen Aktionen erfolgreich gegen die Großgrundbesitzer durchsetzen und neben einer gemeinsamen Reismühle auch auf Versuchsfeldern alte Reissorten wieder anbauen.

Dann kam Dorothea Grözinger zu Wort, die von ihrer dortigen Tätigkeit berichtete. Drei Monate war sie dort mit vielen anderen Helfern tätig und in einem der Gruppenhäuser mit untergebracht. Als Lehrerin im „Ruhestand“ hatte sie recht schnell ein passendes Arbeitsgebiet für sich entdeckt und ihr Bericht über den täglichen Ablauf im Kinderdorf war beeindruckend. Schon morgens um fünf Uhr ist für die Kinder die Nacht vorbei und nach Waschen, Essen und Aufräumen geht der tägliche Weg der Kinder in die öffentliche Schule. Erst am Nachmittag gegen 17 Uhr sind die Kinder dann wieder zuhause und können sich an den dort angebotenen Projekten beteiligen. Neben allen anderen Dingen gehört zum Kinderdorf auch ein riesengroßer Garten, in dem vieles angebaut wird, das dem Dorf das Leben erleichtert.

Viele der Kinder sind ehemalige Straßenkinder und haben hier ein Refugium gefunden, in dem sie sicher und betreut heran wachsen können. Hier schaltete sich Martin Riester noch einmal in den Bericht ein und erläuterte einiges über das Hilfsprojekt. Er selbst ist inzwischen hauptamtlich für das Projekt tätig und bekommt sein Gehalt vom Sponsor des Projektes, der ihm auch die Flüge auf die Philippinen finanziert. Die Spenden der Mitglieder der Stiftung kommen ohne Abstrich dem Projekt zugute und auch die nahegelegene Stadt ist an den Personalkosten beteiligt. Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist zufriedenstellend, wenn man sich an die dortigen Bedingungen hält und im Gegensatz zu anderen Hilfsprojekten ist es ein erfolgreiches Miteinander.

Rundreise zum Abschluss

Dorothea Grözinger hat sich entschlossen, auch noch einmal dorthin zu gehen und weiter ehrenamtlich dafür tätig zu werden. Zum Abschluss ihres Aufenthaltes hat sie noch eine Rundreise unternehmen können und traumhafte Bilder der Landschaft gezeigt.

Eigentlich, darüber sind sich alle einig, sind die Philippinen ein reiches Land in dem trotzdem viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben. „Arm sein heißt hier nicht schmutzig sein, arm sein heißt nicht traurig sein. Gelacht wird oft und gerne. Es gibt auch bei uns Menschen die Geld und trotzdem ein soziales Gewissen haben. Die sind jederzeit bereit uns auch weiterhin zu unterstützen“, so Riester. Ein Beispiel dafür konnte er gleich noch in Empfang nehmen. Ein Scheck über 1000 Euro wurde ihm vom ökumenischen Arbeitskreis überreicht, mit dem mit Sicherheit weiter viel Freude gemacht werden kann. Das Geld ist aus den Einnahmen des Handels mit Produkten der Region in Isny zusammen gekommen und das war ein würdiger Schluss der Veranstaltung im großen Saal des Paul-Fagius-Hauses.

Manfred Schubert

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