Ehrung für "gelbe Engel"

Ein Dienst an der Allgemeinheit: Am Donnerstag werden die Schulweghelfer der Gustav-Stresemann-Schule durch Schulleiterin Dagmar Engstler (links), Bürgermeister Josef Mayr (2.v.l), Wolfgang Schwarz von der Polizei (4.v.l.) und den Leiter der Verkehrswacht Kempten und Umgebung, Herbert Klaus, ausgezeichnet. Foto: Spielberg

Es ist eine Realität, die sich mit Zahlen belegen lässt – trotz markierter Fahrbahnüberquerungen und Ampelanlagen verunglücken immer noch zu viele Schüler in Bayern auf dem Schulweg. Geschuldet ist dies in aller Regel einem Fehlverhalten des Autofahrers: zu hohe Geschwindigkeit, das Übersehen der eben aufgeführten verkehrstechnischen Einrichtungen oder einfach eine Unachtsamkeit, deren Folgen fatal sein können.

Wohl niemand möchte, dass seinem Kind so etwas auf dem Schulweg widerfährt, sind unsere Kinder doch das wichtigste, was wir besitzen, so der ehrenamtliche Leiter der Kreisverkehrswacht, Herbert Klaus, anlässlich der Auszeichnung von Schulweghelfern an der Gustav-Stresemann-Schule in St.-Mang am vergangenen Donnerstagnachmittag. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Leiter dieser Einrichtung, die sich um die Aufklärung und das Unterrichten von Verkehrsteilnehmern bemüht, weiß Herbert Klaus, dass diese Unglücke viel zu häufig vorkommen. Im Jahr 2010 waren es so rund 20 000 Kinder, die auf diese Weise allein in Bayern Schaden nahmen. Auf 1000 Schüler kamen so im Schnitt sieben Unfälle. Diese Zahl sei eindeutig zu hoch und ein Mehr an verkehrsberuhigten Zonen und teuren Ampelanlagen werde kaum Besserung bringen, solange es Verkehrsteilnehmer gibt, die diese ignorieren. Was aber zu einem signifikanten Rückgang von Verkehrsunfällen mit Kindern im Bereich von Schulen geführt habe, sei der Einsatz von Schulweghelfern, die im Volksmund „gelbe Engel” genannt werden. Diese rekrutieren sich in aller Regel in Bayern aus freiwilligen, ehrenamtlichen Helfern, die, wie bei der Gustav-Stresemann-Schule, einen Tag in der Woche an Ampelanlagen und Verkehrsüberwegen stehen, um Autofahrer zu aufmerksamen Fahren zu veranlassen und die Kinder der Volksschule beim Verhalten im Straßenverkehr zu beobachten und gegebenenfalls zu dirigieren. Dank und Anerkennung Diesen freiwilligen Helfern, die sich jeweils am Morgen und am Mittag an ihrer zugeteilten Stelle in der Nähe der Schule einfinden, um ihren Dienst zu versehen, wollten die Schulleitung der Gustav-Stresemann-Schule, die Kreisverkehrswacht Kempten, die Polizei, Bürgermeister Josef Mayr (CSU) und die zahlreich erschienenen Schüler ihren Dank aussprechen und mit einer Urkunde auszeichnen. So brachten die kleinen Verkehrsteilnehmer den „gelben Engel” zuerst ein Ständchen dar – „Danke, ihr seid die gelben Engel…” –, gefolgt von Danksagungen durch die Schulleiterin Dagmar Engstler, Bürgermeister Mayr und dem Leiter der Kreisverkehrswacht Kempten und Umgebung, Herbert Klaus. Die so geehrten „gelben „Engel” nahmen den Dank, eine Urkunde und eine kleine Aufmerksamkeit freudig entgegen. Durch ihr freiwilliges, ehrenamtliches Engagement sind diese Schulweghelfer vorbildlich im Verhalten, haben sie doch seit 1953 in ganz Bayern dazu beigetragen, dass die Zahl von in Unfällen mit Kindern auf dem Schulweg durch ihre Präsenz auf Null zurückgefahren werden konnte.

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