Eine Begegnung der anderen Art

Viel Spaß haben die Kinder mit Behinderung der Astrid-Lindgren-Schule am vergangenen Mittwoch beim Hundeausführen am „Tag der Begegnung“ auf dem Gnadenhof des Vereins „Zuflucht für Tiere im Allgäu“. Foto: Tröger

Lotta, Inka oder Fritzi? Welcher der Hunde von handlich bis stattlich darf es denn sein? Nein, vermittelt werden sollten die insgesamt fünf Vierbeiner an diesem Nachmittag nicht. Denn das sind die ehemaligen Bewohner des Gnadenhofes des Vereins „Zuflucht für Tiere im Allgäu“ bereits. Eigens für den „Tag der Begegnung“ angereist, warteten sie mit ihren neuen Besitzern auf sieben Kinder mit Behinderung der Astrid-Lindgren-Schule, um mit ihnen einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen.

Entsprechend aufgeregt waren dann auch beide Seiten beim ersten sich „beschnuppern“. Frei von Berührungsängsten stand den rasch geschlossenen Freundschaften aber nichts im Weg. „Die Kinder haben über ein Jahr lang einen ‘Hundeführerschein’ gemacht“, erklärte Brigitte Burger, Betreuerin des 14-jährigen Lukas, den vertrauensvollen Umgang der jungen Gäste mit den Hunden. Selbst bei Schwerstbehinderten habe die Beziehung zu Tieren „Türen geöffnet“, meinte sie. Lukas ist zwar ein bisschen enttäuscht, dass sich keine der hier lebenden Katzen – unmissverständlich seine bevorzugten Tiere – blicken lässt, schnappt sich aber mutig gleich die Leine mit der etwas „zugkräftigeren“ Lotta am anderen Ende. "Kurzweilige Stunden" Für Anita Böck, erste Vorsitzende des Vereins, wird mit diesem „Tag der Begegnung“ das Ziel, auch Begegnungsstätte für Mensch und Tier zu sein, greifbarer. „So können wir nicht nur Tieren helfen, in dem wir sie weiter vermitteln oder ihren Lebensabend in friedvoller, umsorgter Umgebung einrichten, sondern eben Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, schöne, kurzweilige Stunden bescheren“. Voller Elan zeigt sie dem KREISBOTEN noch schnell die Räumlichkeiten im ersten Stock des ehemaligen Bauernhofes, in dem mit Hilfe „immer willkommener Sponsoren“ eine Begegnungsstätte für behinderte Kinder „als feste Einrichtung“ entstehen soll. Unterstützt von ihrem ehrenamtlich arbeitenden Team – „feste“ Mitarbeiter sind lediglich Daniela Kienle, die mit ihrem Mann auf dem Hof wohnt und seit neuestem eine Tierärztin – ist sie für den von ihr vor 18 Jahren gegründeten Verein unermüdlich im Einsatz. Aufklärend, rettend, Pflegeplätze organisierend, Spendengelder sammelnd. Die Verweildauer an einem Pflegeplatz reiche von ein paar Wochen bis zu ein paar Monaten, erklärt sie, dass zum Beispiel Katzenbabys „schnell weg“ seien. Vermittelt werden Tiere laut Böck „möglichst nur im Allgäu“, schon allein weil sie alle persönlich zu ihrem neuen Zuhause gebracht würden. Inzwischen sind die Hunde verteilt und mit leuchtenden Augen macht sich der Tross gleich wie ein eingespieltes Team auf den Weg. Jeder ist mal dran, sein Können als Hundeführer unter Beweis stellen zu können. Selbst die Rolli-Fahrer meistern das richtig professionell. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie die kleineren Vierbeiner auf ihrem Schoss thronen und ihnen auch mal den „Fahrtwind“ um die Nase wehen lassen können. Genossen haben den Nachmittag am Ende sichtbar Zwei- und Vierbeiner gleichermaßen. Am Samstag, 12. November, veranstaltet der Verein „Zuflucht für Tiere im Allgäu“ auf dem Gnadenhof im Pulvermühlweg 114 ½, von 10 bis 17 Uhr, einen Herbstmarkt mit Tombola, Flohmarkt, Kässpatzen, Tortenverkauf und vielem mehr.

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