"Eine der sichersten Regionen"

Die Entwicklung der Aufklärungsquote seit 2001 im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West und bayernweit im Vergleich. Grafik: Polizei

„Wir sind besonders stolz auf unsere Aufklärungsquote“, frohlockte Hans-Jürgen Memel, Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, am Montagmittag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2010. Die Quote liegt bei 68,4 Prozent, das heißt, dass die Polizei über zwei Drittel aller angezeigten Straftaten klären konnte. Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium im Jahr 2010 41 740 Straftaten. Das ist der niedrigste Wert seit über zehn Jahren.

Im Vergleich zu den bayerischen Ballungsräumen ist das Leben im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zwischen den Allgäuer Alpen und der Donau laut Memel deutlich sicherer. Das belegen vor allem die Zahl der Straftaten, die Kriminalitätsbelastung und die Aufklärungsquote. Im Jahr 2010 registrierte das Polizeipräsidium mit insgesamt 41 740 Straftaten 1553 weniger als noch 2009. Die Zahl der Straftaten war die niedrigste seit zehn Jahren. Während sich die Zahl der Straftaten in Kempten um 4,8 Prozent auf 5151 verringerte, nahm sie im Oberallgäu um 5,6 Prozent zu und lag 2010 bei 5485. Neben der Gesamtzahl der Straftaten, ist auch die Kriminalitätsbelastung die niedrigste seit über zehn Jahren. 2010 lag die Häufigkeitszahl bei 4487 Straftaten pro 100 000 Einwohner und damit um 3,5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Wert ist Memel zufolge ein Beleg dafür, dass es sich im Bereich des Polizeipräsidiums um eine sichere Region handelt. Bayernweit liegt die Häufigkeitszahl bei 4958, auf Bundesebene lag sie im Jahr 2009 bei 7383. Ein weiteres Indiz für die Sicherheit einer Region ist die Aufklärungsquote (AQ). „Wir legen sehr großen Wert auf die Aufklärungsquote“, betonte Memel und war stolz sie auf 68,4 Prozent beziffern zu können. Damit klärte das Polizeipräsidium im zurückliegenden Jahr über zwei Drittel aller angezeigten Straftaten auf. Seit nunmehr fünf Jahren liege die AQ drei bis vier Prozent über dem Wert von Bayern (2010: 64,6 Prozent), frohlockte Memel. Sowohl in Kempten als auch im Oberallgäu wird die Durchschnittsquote des Polizeipräsidiums übrigens noch getoppt. In Kempten lag sie 2010 bei 71,7, im Oberallgäu bei 72,1 Prozent. Insgesamt ermittelten die Beamten des Polizeipräsidiums im vergangenen Jahr rund 21 500 Tatverdächtige, gab der Leitende Kriminaldirektor, Karl Heinz Alber, bekannt. Unerfreulich ist Alber zufolge dabei der Anteil der jungen Täter. „Jeder vierte Täter ist jünger als 21 Jahre“, gab er zu bedenken. Zudem war jeder dritte alkoholisierte Tatverdächtige Jugendlicher oder Heranwachsender. Mit 35 Prozent besonders stark vertreten sind die 14- bis 21-Jährigen bei den Delikten der Gewaltkriminalität. Noch größer ist ihr Anteil bei gefährlichen Körperverletzungen (54,7 Prozent). Die Anzahl der gefährlichen Körperverletzungen hat sich seit dem Jahr 2005 um fast 20 Prozent gesteigert und lag im Jahr 2010 bei 360 Fällen. Insgesamt ging die Straßenkriminalität aber zurück. 7441 Taten bedeuten 796 weniger als 2010. Obwohl die Zahl der Diebstähle in den vergangenen Jahren stetig abnimmt (2010: 12 698), nehmen sie immer noch über 30 Prozent aller Straftaten ein. Nach einer deutlichen Zunahme der registrierten Rauschgiftkriminalität 2009 (+ 8,6 Prozent) sank sie 2010 um 1,5 Prozent. Insgesamt waren es 2321 Delikte. Mit dem Programm „JUIT“ (Jugendliche Intensivtäter) versucht das Polizeipräsidium, wie Alber erklärte, mittel- bis langfristig eine Kriminalitätsreduzierung zu erreichen. Derzeit sind 66 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende von 8 bis 20 Jahren im Programm aufgenommen. Alle haben innerhalb eines halben Jahres fünf oder mehr Straftaten, darunter eine Gewalttat, begangen. „Spitzenreiter“ der jugendlichen Intensivtäter ist ein 19-Jähriger mit aktuell knapp 90 Straftaten. Als „wichtigen Baupfeiler für die Prävention“ bezeichnete Polizeivizepräsident Klaus Faltenbacher die Sicherheitswacht. Derzeit unterstützen im Bereich des Präsidiums 76 ehrenamtliche Mitglieder (21 Frauen) die Polizisten. „Die Bürger können weiterhin in einer der sichersten Regionen leben“, gab Hans-Jürgen Memel einen Ausblick in das Jahr 2011. „Wir wollen weiter eine bürgernahe Polizei sein“, betonte er. Daher soll gerade im Bereich Prävention eine größere Vernetzung mit anderen Sicherheitsbehörden herbeigeführt werden. Weiterhin beschäftigen wird das Polizeipräsidium auch die laut Memel „besorgniserregende Gewalt auch gegen Polizeibeamte“.

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