"Einfach treiben lassen"

BBK-Vorsitzender Hans Günter Stephan. Foto: Tröger

Das Programm für die erste Kunstnacht Kempten steht: Am 8. Oktober werden über 32 Stationen in der Innenstadt dazu einladen, Kunst in allen möglichen Varianten – von bildender Kunst über Performances, Lesungen bis zu experimentellen Aktionen – sowie an unterschiedlichsten Orten – zu entdecken und zu erleben. Den Impuls zur ersten Kunstnacht Kempten gab die Ausstellung aller neun bayerischen Berufsverbände Bildender Künstler (BBK) in der Kemptener Residenz vom 2. bis 29. Oktober.

Zwar sei es nicht, wie im Prospekt irrtümlich gedruckt, die erste, sondern die insgesamt dritte Gemeinschaftsausstellung der neun Bezirksverbände, korrigierte Hans Günter Stephan, BBK-Vorsitzender Schwaben-Süd, im Rahmen der Programmvorstellung. Vermutlich werde es aufgrund der gestrichenen Fördergelder aber die Letzte sein. „Wir haben sehr streng juriert“ und 23 Künstler mit 33 zum Teil „fünf auf sechs Meter großen Werken“ ausgewählt, warb er für die Ausstellung, die unter dem Motto „beLICHTet. Bayerische KünstlerInnen in Kempten“, „etwas ganz anderes wird“ als sonstige BBK-Ausstellungen. Statt mit Malereien präsentieren sich die Künstler hier mit Fotografie, Computergrafik, Installation und Video, dazu gibt es Live-Musik, Gedichte und eine Performance der „Kunstaktionsschwestern“ mit dem Thema „Dunkel munkeln“. Als Besonderheit und in dieser Form noch nie dagewesene „Sehenswürdigkeit“ der Kunstnacht hob Museumsleiterin Ursula Winkler die Illumination von sieben Stadtbrunnen hervor, für die sich jeweils „Paten“ gefunden hätten, „die sich damit auch identifizieren“. Führungen in den musealen Einrichtungen der Stadt, Gespräche mit den Künstlern, die Flug- und Feuerperformance „Feuervogel“ – inszeniert von und mit der vielseitigen Künstlerin Marianne Manda – und natürlich noch viel mehr versprechen eine Erlebnisnacht von 19 Uhr bis Mitternacht. Gefeiert wird unter anderem bei der Kunstnachtparty mit „open end“, zu der das Kemptener Architekturforum seine Gäste in der Weberei willkommen heißt und an Stationen für kulinarische Gaumenfreuden entlang der Kunstnachtroute soll es laut Winkler ebenfalls nicht mangeln. „Man kann viel einplanen, aber sich auch einfach treiben lassen“, gab sie als Tipp. Auch an die Kinder hat das veranstaltende Kulturamt der Stadt Kempten gedacht. Für sie gibt es am Nachmittag ein eigenes eintrittsfreies Kinderkunstfest im Innenhof der Residenz, mit Möglichkeiten selbst künstlerisch tätig zu werden. „Ich denke, das ist schon eine Sache, die für Kempten spannend ist“ und sicher auch Leute aus dem Umland erreiche, war sich Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber sicher. Ab 13. August können die Eintrittsbändchen für die Kunstnacht Kempten, das auch zur Nutzung des Kunstnachtbusses berechtigt, unter anderem am Zumsteinhaus erworben werden. Eintrittspreise betragen für Erwachsene sechs Euro (VVK fünf Euro), Jugendliche drei Euro (VVK zwei Euro), Kinder bis zehn Jahre sind frei.

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