Einfamilienhäuser statt Jugendherberge

Auf dem ehemaligen Gelände der Jugendherberge sollen künftig Einfamilienhäuser und ein Spielplatz entstehen. Der Bauausschuss beschloss dafür vergangene Woche die Aufstellung des Bebauungsplans. Foto: Läufle

Einfamilienhäuser und ein Spielplatz sollen künftig auf dem ehemaligen Gelände der Jugendherberge in der Saarlandstraße entstehen. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, beschlossen Bauausschuss und Stadtrat vergangene Woche die Aufstellung des Bebauungsplans. Dem Wunsch einiger Anwohner, dass das neue Baugebiet aufgrund der problematischen Verkehrssituation in der Saarlandstraße über den Straboweg erschlossen wird, konnte allerdings nicht entsprochen werden.

Aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs und der problematischen Erschließungssituation habe sich das Deutsche Jugendherbergswerk bereits vor mehreren Jahren dazu entschlossen, den Standort an der Saarlandstraße aufzugeben, rief Antje Schlüter, Leiterin des Stadtplanungsamts, in Erinnerung. Mittlerweile ist die ehemalige Jugendherberge bereits der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Im Oktober 2010 ist das Kemptener Immobilienbüro Wirth als Vermarkter der Flächen im Auftrag des Grundstückseigentümers (Deutsches Jugendherbergswerk) auf das Stadtplanungsamt zugekommen. Entstehen sollen nun zehn bis 12 zweigeschossige Einzelhäuser auf 450 bis 600 Quadratmeter großen Grundstücken. Außerdem soll ein rund 2000 Quadratmeter großer Spielplatz für Kinder mittleren Alters gebaut werden. Der sei auf Grundlage des Jugendhilfeplans der Stadt südwestlich des Wohngebietes vorgesehen, erläuterte Schlüter. Vergeblicher Wunsch Nach dem städtebaulichen Konzept soll das Gebiet von der Saarlandstraße aus erschlossen werden. Im Rahmen eines „Gartenzaungesprächs“ Mitte Februar hatten einige Anlieger aufgrund der problematischen Verkehrssituation in der Saarlandstraße den Wunsch einer Erschließung von Süden über den Straboweg geäußert. Dem kann allerdings nicht nachgegangen werden. „Nach Einschätzung des Tiefbauamts eignet sich der Einmündungs- bereich des Straboweges in den Schumacherring nicht zur Aufnahme zusätzlichen Verkehrs“, schilderte Schlüter. Um es zu ermöglichen, wären massive Einschnitte bzw. Anschüttungen im Hangbereich des Drumlins notwendig. Der Fußweg von der Saarlandstraße zum Straboweg soll dagegen bestehen bleiben. CSU-Fraktionsvorsitzender Erwin Hagenmaier bat die Verwaltung, die Einmündung von der Rheinlandstraße in den Brodkorbweg genauer zu beleuchten. „Warum haben die Bürger die Idee, das Gebiet über den Straboweg zu erschließen? Weil die Einmündung von der Rheinlandstraße in den Brodkorbweg auch nicht wirklich geregelt ist.“ An diesem Punkt sah auch sein Fraktionskollege Thomas Kiechle Handlungsbedarf. Er lobte die Anwohner, dass sie sich zu diesem frühen Zeitpunkt mit dem „Gartenzaungepräch“ eingebracht hätten. Am 11. April soll die Öffentlichkeit im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung im Pfarrsaal von St. Ulrich frühzeitig in die Pläne eingebunden werden. Der Billigungs- und Auslegungsbeschluss ist für die Mai-Gremien geplant. Nach der Behördenbeteiligung und öffentlichen Auslegung, die im Juni stattfinden soll, könnte im Herbst 2011 mit der Erschließung des Wohngebiets begonnen werden. Noch nicht ganz geklärt ist übrigens die Zukunft der Volkssternwarte auf dem Drumlin. Wie Antje Schlüter berichtete, habe es bei der Planung Gespräche mit den Verantwortlichen der Sternwarte gegeben. „Dabei wurde seitens des Vereins deutlich gemacht, dass aufgrund der bestehenden Lichtsituation im Umfeld des Schumacherrings und angrenzender Bebauungen, bereits im Bestand der Standort für eine Sternwarte sich eher ungünstig darstellt“, erklärte die Stadtplanerin. Der Verein sehe mittelfristig nur in einem neuen günstiger gelegenen Standort seine beabsichtigen Entwicklungen umsetzbar. Hilfe für Sternwarte? Ins Auge gefasst hat der Verein als neuen Standort ein Grundstück am Parkplatz des Eschacher Weihers in Buchenberg. „Da der Verein selbst einen Umzug und Neubau nicht finanzieren kann, wird zurzeit zusammen mit dem Deutschen Jugendherbergswerk geprüft, ob durch die Entwicklung des Wohngebiets und der damit verbundenen Wertesteigerung der ursprünglichen Gemeinbedarfsfläche zu einem Wohngebiet die Maßnahme finanziell unterstützt werden könnte“, so Schlüter.

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