Kraftwerkseinweihung – Stromerzeugung mit "Bürgernähe und Genuss"

Ein "rauschendes" Fest

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Seit Herbst letzten Jahres ist die Turbine bereits am Netz, vergangenen Freitag weihte AÜW-Chef Michael Lucke das neue Restwasserkraftwerk an der Kaufbeurer Straße ein.

Kempten – „Wir haben heute das Licht angemacht“, meinte Michael Lucke, Geschäftsführer Allgäuer Überlandwerk (AÜW) mit einem breiten Lächeln vergangenen Freitag zu den zahlreichen Gästen. Das stimmte sogar in zweifacher Hinsicht, denn pünktlich zur Freiluft-Einweihungsfeier für das neue AÜW-Restwasserkraftwerk an der Kaufbeurer Straße hatte der Himmel ein Einsehen und ließ die Sonne zwischen weißen, fotogen-pittoresk über den Himmel treibenden Wolken freundlich hervorblitzen.

Zu den Füßen die imposant und lautstark rauschende Iller, die durch den vielen Regen der letzten Tage schon recht nah am unteren Rand der Plattform vorbeischoss. Bilderbuchambiente also zur offiziellen Einweihung des „dritten Kindes“, wie Lucke das nach den Kraftwerken an der Keselstraße und dem in Sulzberg/Au nun fertiggestellte, über sechs Millionen teure Restwasserkraftwerk auf dem Gelände der ehemaligen Schachenmayr’schen Papierfabrik, nannte. Es stehe für „Bürgernähe und Genuss“, denn man könne hier nicht nur das Gefühl genießen, wie die Kraft des Wassers „in pure Energie umgewandelt wird, sondern zusätzlich einen leckeren Cappuccino oder Snacks“ in Hamptons Summer Bar (der Kreisbote berichtete). Die feierte Freitagmittag ebenfalls Premiere und umsorgte die geladenen Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Anwohner, am Bau Beteiligte und Mitglieder der Altstadtfreunde, die den perfekt umrahmten Ausblick auf Kemptens Altstadt auch in Liegestühlen oder auf den Sitzstufen genossen. Wegen der schlechten Wetterprognosen war die für den Abend angesetzte „Lange Nacht des Kraftwerks“ zugleich Startschuss für den Betrieb des neuen Treffpunkts an der Iller, auf den 8. Juli (ab 18 Uhr) verschoben worden.

Baustelle mit Überraschungen 

OB Thomas Kiechle erinnerte an die Grundsteinlegung, die „Überraschungen“, die diese Baustelle gebracht habe, inklusive rund einer Million Euro Mehrkosten, und er wies darauf hin, das mangels geeigneter Flächen für Windkraft im Stadtgebiet neben der Photovoltaik „in erster Linie die Wasserkraft“ bleibe, um „unsere ambitionierten Klimaschutzziele“ zu erreichen. Er hob „das Besondere an diesem Uferstück“ hervor, denn es werde „künftig nicht nur Ökostrom aus heimischer Wasserkraft für rund 350 Haushalte pro Jahr erzeugt“, sondern es sei gleichzeitig ein Ort zum Verweilen geschaffen worden. So habe die Stadt Dank der Altstadtfreunde und ihrer „Iller erleben“-Initiative „ein weiteres Highlight bekommen“. Er bezeichnete das Wasserkraftwerk zudem als „weiteren wichtigen Baustein“, um den „ambitionierten Klimaschutzzielen wieder ein gutes Stück näher“ zu kommen.

Gerne wurde die Möglichkeit zur Besichtigungstour genutzt, auch wenn die Fischtreppe, aufgrund des hohen Wasserpegels, nicht mit Fischen gesegnet war.

40 Prozent erneuerbare Energien bis zum Jahr 2020 „sind erreichbar“, meinte Lucke in seiner Rede und auch, dass die Energiewende mehr sei als Technik. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für bei der Bevölkerung auch Emotionen geweckt werden müssten.

Ab Mitte Juli soll es noch eine weitere Attraktion an diesem Ort geben. Dann steht die Einweihung für die frei zugängliche Energie- und Erlebnisausstellung „Einblicke und Ausblicke“ an, die der Industriegeschichte Kemptens und der Energiezukunft des Allgäus gewidmet ist.

Christine Tröger

Einweihung des AÜW Restwasserkraftwerks

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