Seit November trainieren Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren in Kempten Eiskunstlauf

"Fechter" und "Schneckenhäuschen"

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Gute Laune beim Eiskunstlauftraining in Kempten: (v.l.) Jana (7 Jahre), Regina (9), Lara (11), Evelin (9), Janina (7), Natalie (6), Jennifer (9), Slata (7), Trainerin Marianne Streifler (dahinter) und Jana (9).

Kempten – Eislaufen ist vor allem bei Kinder ein beliebtes Hobby im Winter. Regelmäßig gehen sie in Eisstadien oder auf zugefrorene Seen (wenn der Winter es zulässt), um mit Freunden, Eltern oder Geschwistern Spaß zu haben oder Eishockey zu spielen. Wie schön dabei gelaufen wird, spielt in der Freizeit keine Rolle – anders bei einer Gruppe, die sich seit November jeden Donnerstag im Kemptener Eisstadion trifft. Unter professioneller Anleitung haben einige Mädchen angefangen, die Grundlagen für das Eiskunstlaufen zu erlernen.

Aufgebaut hat diese Gruppe, die derzeit aus 14 Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren besteht, die lizenzierte Eislauflehrerin Marianne Streifler, die einst selbst bereits im Kindesalter mit Eiskunstlauf begonnen hatte und früh den Sprung in den Leistungskader der Deutschen Eislauf Union schaffte. Höhepunkt ihrer Karriere war die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Grenoble. Seit vielen Jahren kümmert sich Streifler, die aus Frankfurt stammt und seit 2008 in Füssen lebt, um den Nachwuchs – seit November eben auch in Kempten.

Grundsätzlich kann an dem Training donnerstags von 15 bis 16 Uhr jedes Kind teilnehmen, das richtig Eislaufen lernen möchte. Auch Jungs sind willkommen. „Aber die Tendenz geht natürlich dahin, schön zu laufen,“ erläutert Streifler im Gespräch mit dem Kreisboten. Gefreut hat die Trainerin, dass die Eltern schnell für passendes Material gesorgt haben. „Innerhalb von zwei Wochen hatten fast alle Kunstlaufschuhe.“

Wichtig ist in den ersten Trainings, dass sich die Kinder an die Kunstlaufschuhe (Zacken vorne) gewöhnen und lernen, auf den Kanten zu laufen. Auch das richtige Vorwärts- und Rückwärtslaufen will gelernt sein. Wichtig ist außerdem die Körperspannung. Diese Dinge sind Voraussetzungen für die ersten Übungen wie die Hocke, den „Flieger“ oder den „Fechter“, die Lieblingsübung der sechsjährigen Natalie. Regina und Evelin, beide neun Jahre alt, üben am liebsten das „Schneckenhäuschen“, eine Vorübung für die Pirouette, die sie auch gleich vormachen. Das schwierigste, was die Mädchen bisher gelernt haben, ist der „Dreierwalzer mit Zackenhüpfer“, wie die neunjährigen Jennifer und Jana erzählen und natürlich auch zeigen. Allen Mädchen macht das Training viel Spaß. Die Hälfte der jungen Damen möchte in Zukunft auch bei Wettbewerben teilnehmen. „Ich wollte Eiskunstlaufen schon immer machen“, erzählt Slata (7).

Beim Üben lassen sich die Mädchen auch von kleinen Stürzen nicht aufhalten. Tränen sind gleich wieder getrocknet. Aufstehen und weitermachen lautet das Motto.

„Bis 10. März wird das Training hier in Kempten noch stattfinden“, so Streifler. Interessierte Kinder können bis dahin noch einsteigen. Um über den Sommer trainieren zu können, müssten die Eltern mit ihren Töchtern dann nach Füssen kommen, wo fast das ganze Jahr über auf Eis trainiert werden kann. Ab Anfang Oktober beginnt dann das Training in Kempten wieder, wahrscheinlich dann zweimal pro Woche – montags und donnerstags. Alle Mädchen wollen dann wiederkommen. Ziel ist es, die Gruppe zu etablieren, sich dann einem Verein anzuschließen (Streifler: „Noch sind wir nicht soweit, wir würden uns aber dem ESC Kempten anschließen.“) und auf erste Wettkämpfe zu gehen.

Weitere Informationen zum Eiskunstlauf-Training in Kempten gibt es direkt bei Trainerin Marianne Streifler unter 0171/40 52 741.

Melanie Weidle

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