Ende einer Geschichte

Mit der Vertragsunterzeichnung durch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Provinzialoberin Salome Strasser und Notar Dr. Lorenz Bülow hat das Kloster Lenzfried am vergangenen Mittwoch den Besitzer gewechselt. Ab 1. Januar ist das insgesamt 16500 Quadratmeter große Klosterareal städtisches Eigentum. Die letzten sieben Schwestern der „Kongregation der Armen Schulschwestern“ werden das Kloster Lenzfried dann wohl für immer verlassen.

151 Jahre lang lebten die Schwestern der „Kongregation der Armen Schulschwestern“ im Kloster Lenzfried. Zeitweise waren es über 40 von ihnen. In den kommenden Monaten werden die noch verbliebenen sieben Schwestern endgültig ausziehen, da sich der weitere Betrieb des Klosters für die Kongregation wegen fehlenden Nachwuchses nicht mehr rentiert. Ab 1. Januar gehört das Kloster mitsamt Gelände dann der Stadt. Neben dem eigentlichen Kloster gehören unter anderem eine Kapelle, ein Erweiterungsbau, ein Wirtschaftsgebäude, ein Wohnhaus, ein Gärtnereigebäude und ein Park zu dem Gesamtpaket. Von „gemischten Gefühlen“ sprach OB Netzer bei der Unterzeichnung des Kaufvertrags im Rathaus. Immerhin gehe eine „über 100-jährige Geschichte so langsam dem Ende zu“, sagte er. „Das Kloster hat viel Gewicht für die Menschen dieser Stadt.“ Vor allem für die Schullandschaft ist das Kloster von Bedeutung. So werden verschiedene Räume von der Maria-Ward-Realschule und der Landwirtschaftsschule genutzt, ein Tagesheim für Schüler ist dort untergebracht und die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt hat dort ebenfalls Zimmer zur Unterbringung ihrer Schüler angemietet. Ein Grund für den Kauf sei deshalb gewesen, so Netzer, diese Nutzung zugunsten der Schulen auch weiterhin sicher zu stellen. Ein zweites, eher langfristiges Argument für den Kauf sei die geschichtliche Bedeutung des Klosters für die Stadt Kempten. „Und das wollen wir nicht dem freien Spiel der Marktkräfte aussetzen“, erklärte Netzer. Zufrieden ist auch die „Kongregation der Armen Schwestern“ mit dem nun abgeschlossenen Deal. „Wir sind sehr sehr dankbar für diese Lösung“, betonte Provinzialoberin Salome Strasser. „Wir wissen unser Kloster Lenzfried bei der Stadt in sehr guten Händen“, sagte Strasser.

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