Entspannt und erfolgreich

Das Lichterfest mit Kleinfeuerwerk lockte am Dienstagabend einmal mehr zahlreiche Familien mit Kindern auf die Allgäuer Festwoche. Foto: Läufle

Auf „eine herrlich entspannte Festwoche“ blickte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) am Sonntagmittag bei der Abschlusspressekonferenz zurück. Auch Organisationsleiterin Martina Dufner-Wucher war mit dem Verlauf der diesjährigen Festwoche und vor allem auch mit den Besucherzahlen sehr zufrieden. Der im vergangenen Jahr neu aufgestellte Besucherrekord von 184 000 konnte heuer nochmals geknackt werden. Aktuelle Zahlen von Montagmittag sprachen von 100 100 Tages- sowie 84 500 Abendbesuchern und damit einem neuen Rekord von insgesamt 184 600 Besuchern.

Eine große Hilfe im Umgang mit dem Besucheransturm war das im vergangenen Jahr eingeführte elektronische Kassensystem. „Das hat heuer die Reifeprüfung bestanden“, meinte Netzer. Dufner-Wucher verdeutlichte, dass das System technisch optimiert wurde und verlässliche Besucherzahlen lieferte. Daher musste das Gelände nur einmal, am vergangenen Samstag, vorübergehend geschlossen werden und auf kontrollierten Einlass umgestellt werden. „Da befanden sich gegen 21 Uhr rund 15 500 Personen auf dem Gelände“, erläuterte Dufner-Wucher. Problemlos verlaufen ist auch der Verkauf der Busbänder. Die neue Info- und Verkaufsstelle am Eingang „ZUM“ wurde gut angenommen. „Die Verdopplung der Nachtkurse von zwei auf vier war zielführend. Die beabsichtigte ‘Entzerrung’ trat ein“, frohlockte die Festwochen-Leiterin. Auf sehr gute Resonanz stieß Dufner-Wucher zufolge die Ansprache von Jugendlichen und Erwachsenen über facebook. „Die Festwoche ist jetzt 62, aber immer aktuell“, betonte sie. Besondere Messe Dass die Festwoche eine ganz besondere Messe ist, wird laut Netzer von Fachleuten oft bestätigt. Auch als Sommerfest sei sie „etwas anderes“. Als Beispiel führte er den Eröffnungsabend an: im Residenzhof Serenade mit Blechbläsern, eher feierlich, 300 Meter weiter die Vivid Curls auf der Bühne im Stadtpark und nochmal 100 Meter weiter klassische Bierzeltmusik. „Eine solche Vielfalt ist außergewöhnlich“, betonte er. Etliche Aussteller hätten zudem bereits zur Halbzeit gemeldet, dass sie ihre Ziele erreicht hätten, verdeutlichte das Stadtoberhaupt den wirtschaftlichen Erfolg der diesjährigen Messe. Insgesamt teilte ein Großteil der Aussteller mit, dass es sehr gut gelaufen sei. „Wir hatten viele und vor allem wissbegierige Besucher. Der Versuch, das Thema Wald spielerisch zu vermitteln, war erfolgreich“, freute sich beispielsweise Dr. Ulrich Sauter, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Auch für Kempten selbst ist die Festwoche eine wichtige Einrichtung. „Kempten war während der Festwoche wieder Treffpunkt der Region Allgäu. Hier werden Zukunftsfragen wie die Energiewende diskutiert“, berichtete Netzer. Zum Besuchermagnet und beliebten Treffpunkt hat sich heuer – noch mehr als in den Vorjahren – die Bühne im Stadtpark entwickelt. Gründe hierfür sah Dufner-Wucher in der guten Programmgestaltung und der neuen Cocktail-Bar. Neu war heuer zudem, dass es keine Brücke mehr über der Salzstraße gab, die das Ausstellungsgelände verband. Das fanden einige langjährige Festwochen- Besucher schade, wie sie gegenüber dem KREISBOTEN äußerten. „Ich finde es schade, dass es die Brücke nicht mehr gibt, sie hat irgendwie zur Festwoche dazugehört“, sagte beispielsweise eine junge Dame. Gleicher Meinung waren auch zwei Männer: „Die Brücke hat zum Bild der Festwoche gehört“, sagten sie. Sie gaben jedoch zu, dass der flache Übergang über die Salzstraße zum Laufen angenehmer sei. Die Festwochen-Organisation hatte heuer auf die Brücke verzichtet, um dem Ziel Barrierefreiheit wieder ein Stück näher zu kommen. Der Festwochen-Beauftragte des Stadtrats, Herbert Karg (FW), hatte den Eindruck, dass der flache Übergang sehr gut angenommen wurde. Eine „sehr positive Resonanz“ stellte Dufner-Wucher beim Tag des Sports am Samstag fest. Der Versuch dadurch neue Zielgruppen zu erschließen, sei erfolgreich gewesen. Dass die Festwochen-Verordnung greift, machte die Organisationsleiterin an der positiven Entwicklung der Zahl der auffälligen Jugendlichen fest. Allgemein sei die Festwoche aus Sicht des Sicherheitsdienstes relativ entspannt verlaufen. Netzer verdeutlichte das anhand eines Beispiels: „Der Chef des Sicherheitsdienstes hat am Mittwoch sogar sein Handy getestet, ob es funktioniert, so wenig Anrufe gingen bei ihm ein.“ Toller Einsatz Viel Lob gab es von Herbert Karg für die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes, die jeden Festwochen-Tag in der früh um 5 Uhr mit dem Aufräumen beginnen. „Es ist toll, wie die sich einsetzen, sie leisten hervorragendes“, unterstrich Karg. Etwa 30 Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes sind während der Festwoche täglich im Einsatz.

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