Neues Angebot im Juni

Ziel: Lebensqualität verbessern

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Die Epilepsie-Beratungsstelle Schwaben-Allgäu mit Beratungsbüros in Kempten und Memmingen hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie zu verbessern. Unser Foto entstand in Kempten bei einer nachgestellten Beratungssituation mit Barbara Eberle.

Kempten – Pro Jahr berät die Epilepsie-Beratungsstelle Schwaben-Allgäu mit Büros in Kempten und Memmingen rund 150 Menschen mit Epilepsie beziehungsweise deren Angehörige mit dem Ziel, die Lebensqualität der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit dieser Erkrankung zu verbessern.

Daneben gehören Gruppentreffen oder Aktionen für die Betroffenen zu den Angeboten. Ganz neu ist jetzt die Malwerkstatt für Menschen mit Epilepsie und deren Angehörige. Premiere ist dazu am 15. Juni in der Villa Viva an der Füssener Straße in Kempten. 

„Oftmals fehlen den Erkrankten die Worte, um ausdrücken, wie es ihnen mit diesem Handicap geht“, wissen Barbara Eberle (Kempten) und Ulrike Titze (Memmingen). Die beiden Sozialpädagoginnen sind seit vier Jahren die Ansprechpartnerinnen in den beiden Beratungsstellen. Die Idee für die Malwerkstatt kam den beiden Frauen durch die Kunsttherapeutin Edith Hersping. Diese hat bereits sehr erfolgreich ähnliche Malprojekte geleitet. Sie wird auch die Malwerkstatt in der Villa Viva anleiten. „Es ist wichtig, dass sich unsere Klienten mit ihren Sorgen und Kümmernissen ernst genommen fühlen. Neben den Gesprächen ist hier auch diese alternative kreative Kommunikationsmöglichkeit eine Variante“, erläutert Eberle. 

Beide Beraterinnen sind schon jetzt sehr gespannt auf die Werke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Es ist eine andere Möglichkeit, dem Thema Epilepsie zu begegnen“, meinte eine junge Epileptikerin, die sich spontan anmeldete. Neben dieser neuen Aktion ist bei den Betroffenen inzwischen ein gemeinsamer Café-Besuch sehr beliebt. „Vielen trauen sich allein einfach nicht in die Öffentlichkeit. Gemeinsam in der Gruppe ist die Scheu nicht so groß“, wissen Titze und Eberle. „Es ist gut, mit anderen Betroffenen zu sprechen. Ich fühle mich dadurch weniger allein“, so Tobias (35 Jahre). Und der 29-jährige Patrick ergänzt: „Ich finde es gut, dass wir über alles reden können – auch andere Sachen außerhalb von ‘Epi’. Ich fühle mich in der Gruppe akzeptiert – so wie ich bin.“ Wichtig zu wissen ist auch: „Nicht bei jedem Anfall muss gleich ein Notarzt geholt werden. Bei Kenntnis der wichtigsten Verhaltensregeln lässt sich dies oft vermeiden“, so Titze. „Der Klient selbst erlebt den Anfall zudem oft gar nicht bewusst. Da ist die Außensicht dazu meist dramatischer“, ergänzt Eberle. 

Dazu gibt es im Oktober beispielsweise auch ein spezielles Schulungsprogramm in Augsburg. „Ähnliches hat sich bereits für Krankheiten wie Asth- ma oder Diabetes etabliert. Derzeit laufen dazu die Verhandlungen mit den Krankenkassen, damit auch die Epi- lepsie-Schulungen für Betroffene und Angehörige finanziell anerkannt werden“, informieren die beiden Fachfrauen. kb

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