Erfolg verpflichtet

Groß war das Interesse beim Alternativen Markt in Altusried auch an den Ständen, an denen handdwerkliche Fertigkeiten im Vordergrund stehen. Foto: Würzner

Der 27. Alternative Markt konnte problemlos an die Erfolge der vergangenen Veranstaltungen anknüpfen. Wegen des sonnigen Herbstwetters möglicherweise, bestimmt aber auch, weil sich herumgesprochen hat, dass alle Händler verpflichtet sind, die Vorgaben des Veranstalters einzuhalten. Seit 1992 ist der SPD-Ortsverein mit der Organisation betraut, bis 2002 war Martin Ruf die treibende Kraft. Das Gründungsmitglied von 1983 hat die ökologischen Ideale ( damals hieß er noch „Grüner alternativer Herbstmarkt“) nie aus den Augen verloren und weitergegeben.

Die Adjektive bio, öko, genfrei und nachwachsend kommen dementsprechend häufig auf den Artikelbezeichnungen und Firmenlogos vor. Wer bei der Parkplatzsuche erfolgreich war, ohne die Einheimischen durch zugestellte Einfahrten zu verärgern, wird durch Panflötenmusik und dem Geruch von Dinneten zum Ortskern gelockt. Zu fortgeschrittener Zeit hat sich dort bereits ein Menschenstrom gebildet, in dem man sich am besten mittreiben läßt. Dann beginnt die Qual der Wahl. Eine Pfanne von Anne oder doch lieber was zum Anziehen aus Filz oder Schafswolle ? Wer seinen vierbeinigen Freund dabei hat, wird vor dem Stand mit Hundekeksen verweilen, als Geschenk werden Kerzen, selbstgebastelter Schmuck oder Deko-Artikel wie Kirschkernkissen mit der Aufschrift „Nur ein Viertelstündchen“ oder „Schutzengel“ angeboten. Für die anstehende Weihnachtsbäckerei verleiten Teigausstechförmchen in allen denkbaren Variationen zum Kauf, daneben wachsen Keramikpilze aus dem künstlichen Moos, auf denen steht: „Es gibt Pilze groß und klein, laß mich doch dein Glückspilz sein“. Ob es funktioniert, kann man bei der Losbude vom BRK austesten. Wem nach der Playback – Beschallung durch Indios mit südamerikanischen Flöten der Sinn nach etwas Herzhaften ist, ersteht eine Dauerwurst von Gams, Pferd oder Wildschwein. Für die Gattin, Freundin oder LAG`in darfs vielleicht etwas Bodenständigeres sein, die Schützen aus Walzlings haben in ihrem Zelt Allgäuer Kässpatzen oder Kartoffelsuppe auf dem Magenfahrplan. Ein Kaffee und ein ordentliches Stück Kuchen für einen Euro wird auf später verschoben, weil die Kinder erst noch Karussell fahren wollen. Frische Leckereien Richtig niedlich ist das Ringelgspuil, es würde bei etlichen Besuchern, die mit dem 400 -PS SUV angereist sind, ins Wohnzimmer passen. Ton in Ton zur Bemalung der Karussellautos und Pferde bietet Herr Guggenmos sein Eis vom Bauernhof an, für das andere Ende der Temperaturskala ist der französisch-italienische Römertopf von Ali Baba Tajine vorgesehen. Probekochen könnte man im Solarofen der Berufsschule Altötting direkt daneben, dazu würde ein Federweißer aus der Pfalz passen. Aber getreu dem Motto: „Was der Bauer it kennt, frisst er it,“ gönnt man sich lieber ein bekannt gutes Bier aus dem Ländle im Festzelt, dort wo am ersten Abend Künstler aller Couleur auftreten, und jetzt die Blasmusik aufspielt. Um die Frau für eine zweite oder dritte Halbe gnädig zu stimmen, empfiehlt sich der Kauf einer Rose von Jericho, dem Symbol für Glück, Liebe, langes Leben und unvergängliche Schönheit. Auf dem Heimweg frischgehobeltes Kraut, Kartoffeln und Bioäpfel nicht vergessen. Wenn der Sack nicht zuhält, kann man sich für zwei Euro ein Seil selberdrehen. Das Digeridoo, die Lampe und den Spiegel aus Treibholz und das Katzenkissen mit Katzenminze kann man am nächsten Tag noch besorgen, denn der Markt ist immer an zwei Tagen. Damit ist die Chance, dass es nicht an beiden Tagen regnet, größer.

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