Erinnerungen bewahren

„Zwei Todesopfer und Millionenschaden bei Brandkatastrophe im Allgäu“ titelte die Zeitung in ihrer Ausgabe vom 8. April 1959. Der Grund: Die beiden Feuerwehrmänner Karl-Heinz Templer und Franz Xaver Köpf waren in der Nacht des 7. April bei Löscharbeiten im brennenden Dachstuhl der Zwirnerei Denzler eingesetzt. Plötzlich kam es zu einer Explosion, was ein rasches Ausbreiten der Flammen sowie dichten Qualm zur Folge hatte. Templer und Köpf fanden den rettenden Rückweg nicht mehr. Eine sofort eingeleitete Suchaktion verlief erfolglos. Bald war es traurige Gewissheit, dass beide Feuerwehrmänner den Tod gefunden hatten. Köpf hinterließ Frau und Kinder. Am Dienstag vergangener Woche gedachte die Feuerwehr Kempten anlässlich ihres 50. Todestages den beiden.

Während eines Traueraktes im Kemptener Rathaus im Beisein des damaligen Oberbürgermeisters August Fischer, Kommandant Hermann Ade und Staatssekretär Stenkert nahmen die Familienmitglieder und zahlreiche Angehörige der Feuerwehr seinerzeit Abschied. Mit bewegenden Trauerzeremonien auf dem Zentralfriedhof an der Rottachstraße und auf dem Evangelischen Friedhof unter der Burghalde und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden die Verunglückten damals zur letzten Ruhe gebettet. Leben für andere eingesetzt Am Dienstag wurde das tragische Geschehen von damals nun noch einmal lebendig. „Alle die, die die Verstorbenen persönlich kannten, könnten dankbar auf ihr Wirken zurückblicken, alle anderen das Handeln als Vorbild für das eigene Tun hernehmen.“ Mit diesen Worten Dietrich Bonhöffers begann Feuerwehrseelsorger Ralf Eger am Dienstagabend die würdevolle Andacht auf dem Kemptener Zentralfriedhof. Die Familienangehörigen, Freunde sowie eine Vielzahl von Feuerwehrleuten hatten sich an diesem Tag versammelt, um Karl-Heinz Templer und Franz Xaver Köpf die Ehre zu erweisen. Eger erinnerte an zwei Menschen, die ihr Leben für andere eingesetzt und Spuren hinterlassen hätten. Während eines Traueraktes im Kemptener Rathaus im Beisein von Oberbürgermeister August Fischer, Kommandant Hermann Ade und Staatssekretär Stenkert nahmen die Familienmitglieder und zahlreiche Angehörige der Feuerwehr Abschied. Mit bewegenden Trauerzeremonien auf dem Zentralfriedhof an der Rottachstraße und auf dem Evangelischen Friedhof unter der Burghalde und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden die Verunglückten zur letzten Ruhe gebettet. Die Allgäuer Zeitung berichtete damals ausführlich. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bekundete im Namen der Stadt seine große Hochachtung. Templer und Köpf hätten für den Nächsten das Wertvollste gegeben – ihr Leben. Die Frage nach dem Warum beschäftige auch ihn immer wieder, bekannte Kommandant Andreas Hofer in seiner Ansprache. Trotz verbesserter persönlicher Schutzausrüstung und Kenntnis vieler Gefahren berge jeder Feuerwehreinsatz ein Risiko. Hofer sprach die Hoffnung aus, dass keinem Feuerwehrmann das gleiche Schicksal widerfahre und keine Familie das durchmachen müsse, was die Familien Templer und Köpf erlebt hätten. Karl-Heinz Templer und Franz Xaver Köpf blieben ihm und den Mitgliedern der Feuerwehr immer im Gedächtnis, so Hofer in seinen Schlussworten. Blumen zum Andenken Umrahmt wurde die würdevoll gestaltete Veranstaltung von Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehr Kempten, Sankt Mang, Lenzfried, Leubas und Hohenrad. Zum Andenken an die Verstorbenen legten die Teilnehmer Blumen auf die Gräbern am Zentralfriedhof und auf dem Evangelischen Friedhof unter der Burghalde nieder.

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