Erlebnisführung durch das 70 Hektar große Naturschutzgebiet

Kulinarisches im Eistobel

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Die Besucher erfreuten sich bei der Erlebnisführung an einem Glas Wein vom Bodensee und Käse aus dem Allgäu.

Isny – Zum vierten Mal in diesem Jahr lud Christina Rist zur kulinarischen Erlebnisführung durch eines der schönsten Geotope Bayerns, den Eistobel Isny. Die ausgebildete Gästeführerin geleitete die 30 Interessierten in einer dreieinhalbstündigen Wanderung durch das Naturschauspiel. Wie schon die letzten zwei Führungen, war diese komplett ausgebucht.

Start war am Treffpunkt „Besucherpavillon“, wo jeder Teilnehmer ein Weinglas in einem Täschchen zum umhängen ausgehändigt bekam, um damit später die Weinproben zu genießen. Schon zu Beginn sagte Rist, die von ihrem Sohn Stefan unterstützt wurde, dass dies eine entspannte Wanderung werde, wo jeder das Tempo selbst bestimmen könne.

Der erste Stopp wurde an der Argentobelbrücke eingelegt, die mit 54 Metern Höhe und 204 Metern Länge die größte im Allgäu ist. In der nächsten Stunde gab es viele Informationen über die Geographie und Botanik im Eistobel. Vom „Herrgottsbeton“, besser bekannt als Nagelfluh, über das ungeliebte Springkraut, dessen Samen über Jahre im Wasser überleben können, bis hin zum Rheingletscher, der vor 15.000 Jahren aus den Schweizer Alpen kam und ohne den es die Eistobelschlucht wohl nicht gäbe, konnte man viel Interessantes und Wissenswertes erfahren. Der Wanderweg führte entlang an riesigen Gesteinsblöcken und gewaltigen Felswänden durch eine fantastische Flusslandschaft. Nach einer Stunde gab es die erste Verschnaufpause an einem gemütlichen Rastplatz mit Sitzgelegenheit. Ein Gläschen Sesecco, selbstgemachtes Brot und Aufstrich, alles aus der Region, waren die ersten kulinarischen Genüsse. Weiter ging es zum großen Wasserfall, an einigen schönen Stellen am Wasser vorbei, die bei den sommerlichen Temperaturen auch manchen zum Baden einluden.

„Seit 1954 ist der Eistobel Naturschutzgebiet und mit seinen 70 Hektar das größte im Allgäu“ referierte Rist und freute sich: „Im letzten Jahr hatten wir 73 000 zahlende Besucher. Was aber auch notwendig ist, um den Eistobel jedes Jahr aufs Neue instand zu halten.“ An einem Ausblick direkt über dem Tobel können die Besucher auf einer Plattform gefallen finden. Diese besteht seit 2008 und ist seither eine weitere Attraktion. Behaglich wurde sich nun auf einem Baumstamm niedergelassen und der nächste kulinarische Gaumenschmaus ausgekostet. Wein vom Bodensee mit verschiedensten Käsesorten von der „Sternenküche“ aus Maierhöfen. Nach dieser ausgiebigen Stärkung ging es voller Elan weiter zum zweitgrößten Strudelloch. Hier ist Vorsicht geboten. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein ruhiges Gewässer, das in der Tiefe jedoch sehr gefährlich werden kann. Warnschilder weisen aber die Gäste ausdrücklich darauf hin.

Vorbei an Kaskaden, Strudeln und Wasserwalzen ging es nun zur letzten Rast mit einem Rotling und Äpfeln vom Bodensee sowie außergewöhnlichen Schokoladensorten, handgemacht von der „Kaffeebohne“ in Isny. Nach der Verabschiedung schlugen die Teilnehmer ihre eigenen Wege ein, entweder wurde auf dem Rückweg noch eingekehrt oder auch zurück im Eistobel die Sonne genossen und gebadet.

Monika Klughammer

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