Eröffnung von neuem Kompetenzzentrum für angewandte Forschung

KLEVERTEC – Name ist Programm

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Fotogen wurde vergangenen Freitag das Kompetenzzentrum für angewandte Forschung in der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie „Klevertec“ eröffnet: (v.li.) Prof. Dr. Horst-Christian Langowski (Leiter Fraunhofer IVV), Dr. Ludwig Spaenle (Bayerns Minister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst), Franz Josef Pschierer (Bayerischer Staatssekretär für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie) sowie Prof. Dr. Robert F. Schmidt, Präsident der Hochschule Kempten.

Kempten – Im letzte Woche mit rund 150 Gästen offiziell eröffneten Kompetenzzentrum in der Heisinger Straße geht es um angewandte Forschung für die Lebensmittel- und Verpackungstechnologie. Sinnig „verpackt“ ist diese Kooperation der Hochschule Kempten und dem Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in der Abkürzung „Klevertec“.

Es soll mittelständische Unternehmen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Verfügung stehen. Und davon gibt es laut Prof. Dr. Robert F. Schmidt, Präsident der Hochschule, in unserer Region reichlich: über 20.000 Menschen seien in rund 370 Unternehmen von Kleinbetrieb bis Weltmarktführer der Lebensmittelbranche beschäftigt, bei „fast zehn Milliarden Euro Umsatz pro Jahr“. Da liege es für ihn nahe, hier auch einen entsprechenden Forschungsschwerpunkt einzurichten. Im Fokus soll die Haltbarmachung von Lebensmitteln stehen, für die das Zusammenspiel von Lebensmittelherstellung, Abfüllung und Verpackung wesentlich sei. Drei „Kompetenzfelder“, die im Kompetenzzentrum „vernetzt arbeiten“, wie Projektleiterin Prof. Dr. Regina Schreiber von der Hochschule Kempten angab.

Der Hochschule kommt in dieser Partnerschaft die Rolle des Trägers zu, dem Fraunhofer IVV die des operativen Betreibers. Kooperationspartner sind als Initiator die IHK Schwaben sowie der Milchwirtschaftliche Verein Allgäu-Schwaben e.V. und das Zentrum für Lebensmittel- und Verpackungstechnologie e.V. (ZLV).

Wie sich alles entwickeln wird, hängt nach Ansicht des Leiters des Fraunhofer IVV, Prof. Dr. Horst-Christian Langowski, nicht so sehr von den Wünschen der Wissenschaftler ab. „Wir sind gespannt, besonders auf Sie aus der Industrie, welche Themen Sie an uns herantragen“, richtete er das Wort an potentielle Kunden unter den Zuhörern.

Franz Josef Pschierer, Bayerischer Staatssekretär für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, bezeichnete das „Klevertec“ als „ein Stück Alleinstellungsmerkmal für das Allgäu“. Verpackung sei „sozusagen die Visitenkarte des Produktes“. Trotz Digitalisierung hätten neben Funktionalität, auch Haptik & Co. noch immer Bedeutung.

Bayerns Minister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle, sieht den künftigen Weg angewandter Forschung in der „Zusammenarbeit“ sowie Forschung generell als „ein Kerngeschäft der Ausbildung an Hochschulen“.

Joachim Wunderlich vom Fraunhofer IVV und in der neuen Einrichtung zuständig für die operative Leitung und die Mikrobiologie, kündigte an, dass den Unternehmen bis Ende des Jahres „erste Projekte vorgestellt werden können“.

Dr. Thomas Westermair von der Milchwirtschaftlichen Untersuchungs- und Versuchsanstalt (MUVA) sieht sich als Partner, der sich auch einbringen wolle.

Initiator IHK Schwaben

Matthias Schrägle von der IHK Schwaben bescheinigte für den Standort „gute Voraussetzungen für Verzahnung“, auch weil man sich hier kenne und miteinander im Gespräch sei.

Lothar Zapf vom ZLV betonte, dass „gerade im Lebensmittelbereich“ interdisziplinäres Wissen nötig sei. Denn neben dem Schutz des Lebensmittels vor Licht, Bakterien u.ä. durch die Primärverpackung, müssten auch Anforderungen für Transport oder Lagerung erfüllt werden.

Insgesamt investiert der Freistaat Bayern 1,4 Millionen Euro in die noch bis Ende des Jahres laufende Aufbauphase; insgesamt 5,6 Millionen Euro bis 2020 in die Ansiedlung des Projekts.

Christine Tröger

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