"Etappenziele erreicht"

Geht es um die Stadtfinanzen und den Abbau von Schulden, lässt sich OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) nicht gerne etwas vorhalten. „Bei den Finanzen werde ich durchhalten. Das können sie als Versprechen nehmen“, sagte er vergangenen Mai im KREISBOTEN-Interview, angesprochen auf das strategische Ziel, bis 2020 einen Haushalt ohne Schulden vorlegen zu können. Tatsächlich sieht es derzeit ganz danach aus, dass sich der OB keinen Wortbruch wird vorwerfen lassen müssen – bisher konnten alle „Etappenziele“ erreicht werden, wie Wolfgang Klaus, Leiter des Referats für Recht, Finanzen und Sicherheit, am Donnerstagabend vergangener Woche im Stadtrat berichtete.

Anlass war ein Zwischenbericht zur Umsetzung der Strategischen Ziele 2020. „Wenn wir die Ziele ernst nehmen, müssen wir den Fortgang auch kontrollieren“, erläuterte OB Netzer. Wolfgang Klaus indes erinnerte noch einmal an die zwei Säulen, auf denen bis 2020 ein Haushalt ohne Schulden stehen soll: Verzicht auf neue Kredite sowie Haushaltsausgleich durch laufende Einnahmen bzw. Rücklage sowie konsequenter Abbau der bestehenden Schulden. „In der Gesamtschau lässt sich festhalten, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Klaus. Komme es zu keinen unvorhergesehenen Störungen oder Entwicklungen, „ist es realistisch, dass der städtische Haushalt bis 2020 schuldenfrei ist“, sagte der Referatsleiter. Schuldenentwicklung: Seit 2005 hat die Stadt laut Klaus keine weiteren Kredite mehr aufgenommen. „Als Folge konnte der historische Schuldenhöchststand von 41,4 Millionen Euro im Jahr 2002 bis 2011 um rund 63 Prozent reduziert werden“, so Klaus weiter. Insgesamt betrug der Schuldenstand Ende 2011 15,2 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr will die Stadt 1,7 Millionen Euro in die Tilgung von Verbindlichkeiten investieren. Somit werden sich die Schulden Ende des Jahres voraussichtlich 13,5 Millionen Euro belaufen. Zinsen: In diesem Haushaltsjahr wird die Stadt 630 000 Euro für Zinsen aufbringen müssen, nimmt aber gleichzeitig 660 000 Euro an Zinsen ein. Noch 2003 lagen die zu zahlenden Zinsen bei über zwei Millionen Euro. „Diese Spielräume kommen direkt der Kemptener Wirtschaft zugute, weil das Geld investiert wird“, betonte Referatsleiter Klaus. Rücklage: Von den 36,3 Millionen Euro in der Rücklage (Dezember 2011) wird die Verwaltung heuer 13,7 Millionen brauchen, um einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Ab 2015 sollen solche Griffe in das Angesparte laut Finanzplan aber der Vergangenheit angehören. „Nur so kann sichergestellt werden“, erklärte Klaus, „dass auch die künftigen städtischen Haushalte ohne Neuverschuldung aufgestellt werden können.“ Rücklage/Schulden: Bereits jetzt reicht das Geld in der Rücklage aus, um sämtliche Schulden mit einem Schlag zu tilgen. Um bei den Investitionen handlungsfähig zu bleiben, haben Verwaltung und Stadtrat jedoch entschieden, bis 2020 jährlich 1,7 Millionen Euro an Verbindlichkeiten zu tilgen. „Abschließend können wir feststellen“, betonte Klaus, „dass wir die einzelnen Etappenziele in vollem Umfang erreicht haben.“

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Kempten – Deutlich auffälliger als bisher wird die neue Zeppelinbrücke über der A7, Höhe Ursulasried, gestaltet sein. Mit einem oberliegenden …
Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare