Europa stärker vereinen

In vier Workshops zu vier unterschiedlichen Europa relevanten Themen sammelten und sortierten die Jugendliche Argumente für und gegen eine Sache. Danach sollten die Jugendlichen vor Vertretern der Presse ihre Ergebnisse vorstellen und schließlich auf Fragen der Journalisten eingehen. Foto: Spielberg

„Was ist eigentlich ein BarCamp?” Diese Frage stellten sich am vergangenen Mittwochnachmittag neben den Vertretern der Presse auch die vom Bundestagsabgeordneten Stephan Thomae (FDP) eingeladenen Schüler der Fachoberschule und der Wirtschaftsschule sowie den beiden Gymnasien Hildegardis und Carl von Linde.

Zu Beginn der Veranstaltung „Euro-Barcamp” im Haus International erläuterte Monika Müller, Ex-Bezirksvorsitzende der Jungen Liberalen Schwaben, den Begriff: Ein „BarCamp” ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn des Meetings selbst festgelegt werden. Zu genau einer solchen „Tagung” zum Thema Europa wollte Thomae die jungen Leute einladen. So gab der Liberale zunächst einen Kurzvortrag zur EU, ihrer Geschichte, ihrem Zweck und Ziel, den Vor- und Nachteilen für ihre Bürger. Anschließend forderte Monika Müller die jungen Leute auf, Themen zur Europapolitik zu benennen, die für sie von besonderem Interesse und Bedeutung sind. Da fielen Stichworte wie Immigration aus Dritte-Welt-Ländern, Menschenrechte, soziale Themen wie beispielsweise die Einführung einer europaweiten Sozialversicherung mit gleichen Standards oder militärische Einsätze der Europäer im Rahmen der Atalanta-Mission. Aber auch das Thema Türkei und ihr möglicher Beitritt zur EU war für die Schüler von großem Interesse. Sodann forderte die Jungliberale Müller die teilnehmenden Schüler auf, spontan vier Gruppen zu vier Europa-Themen ihrer Wahl zu bilden und in vier Workshops unterschiedliche Standpunkte zu diesen Themen zu sammeln. Am Ende sollten schließlich von jeweils zwei Vertretern der Gruppe den anderen Schülern und der Presse vorgestellt werden. Rege Diskussion Fiel zu Beginn auf, dass die rund 120 Schüler so gar nicht recht wussten, was sie erwartete und sie sich offensichtlich auch etwas scheuten, sich offen zu Wort zu melden, so änderte sich nach den Workshops der Schüler die Situation. Es wurde in den durchmischten Workshop-Gruppen rege diskutiert und Standpunkte zu den Themen gesammelt, diese dann sortiert und an Flip-Charts aufgelistet. Auch in der darauf folgenden Präsentation vor der Presse, zeigten sich die Schüler locker und durchaus über politische Themen informiert. Bewegend war die persönliche Geschichte von Cam Yildü, der sich mit seinen 18 Jahren erst kürzlich entscheiden musste, ob er Deutscher, also EU-Bürger werden möchte, oder aber die türkische Staatsangehörigkeit beibehält. Beides geht bekanntlich nicht und Yildü erläuterte seine Entscheidung für den deutschen Pass. Dafür erhielt er von den Schülern für seinen Begründung viel Applaus. Bei der Frage nach ihrer Vision für ein zukünftiges Europa stellten die meisten Schüler dar, dass sie sich ihrer Heimat verbunden fühlen, sich aber ihre politische Heimat in einem noch stärker vereinigten Europa vorstellen können. Beim Resümieren über diese Art der Veranstaltung zeigte sich, dass es insbesondere darauf ankommt, wie man mit politischen Themen auf junge Menschen zugeht. Tut man es richtig, dann zeigt sich, dass sie auch durchaus informiert sind und sich auch gerne informieren lassen.

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