Experten diskutieren mit

Dr. Kurt Nattermann (v.l.), Oliver Baumann, Sonja Rube, Rainer Magenreuter, Rainer Weitschies, Matthias Schuler und Prof. Dr. Schwartz bei der Diskussionsrunde über das Projekt „Neues Stadttor Isny“. Foto: Schubert

In Isny haben sich jetzt die Experten zusammen gesetzt und mit der Stadtverwaltung über das Projekt „Neues Stadttor“ gesprochen. Bürgermeister Rainer Magenreuter kann sich entspannt zurück lehnen: Zumindest von der technischen Seite bestehen keine Einwände mehr auch den nächsten Schritt zum Bau des Glasturms einzuläuten. Nach einer ganztägigen Diskussion war ein Pressegespräch angesetzt, zu dem auch Zuhörer geladen waren.

Die Koordination der Gesprächsrunde hatte Stadtplanerin Sonja Rube übernommen und beim Pressegespräch führte sie ebenfalls Regie. Als Erstes lieferte sie eine Zusammenfassung des Tages, bei dem es also nicht um irgendwelche Bürgerbefragungen oder sonstige Nebenfelder des Geschehens ging. Sie hatte nun mal die Experten da und den ganzen Tag ging es vor allem um technische Fragen: So ist das Gebäude nach den Entwürfen von Peter Zumthor nach Meinung des Statikers Prof. Dr. Schwartz bei entsprechender Tiefengründung trotz des Gewichtes, das in die tausende Tonnen geht, machbar. Die bisherigen Versuche auf Bruchfestigkeit, auch unter widrigen Umständen, scheinen ebenfalls erfolgreich verlaufen zu sein. Sonja Rube ist nun mal eine durchaus überzeugte Vertreterin der Pläne und nicht umsonst zusammen mit Ruth Küster-Beilharz mit der Koordination aller weiteren Schritte betraut. Diplom-Ingenieur Matthias Schuler, zuständig für Solar- und Energietechnik, gab ebenfalls grünes Licht. Nach seiner Meinung ist der Turm energietechnisch ein Novum der Sonderklasse. Die Ableitung der aufgenommenen Wärme könnte nach unten in den Boden erfolgen. Das System würde im Winter umgekehrt auch funktionieren. „Wenn dann noch Photovoltaik auf der Kuppel zum Einsatz käme, wäre die Energieversorgung des Gebäudes fast autark“, meinte Schuler. Rainer Weitschies, Architekt aus dem Hause Zumthor, erläuterte die Bauabschnitte, die sich insgesamt ergeben. Nach Vorentwürfen, Planungsentwürfen, Bauzeichnungen und einer Einzelfallgenehmigung dazwischen würde der Bau folgen – wenn es denn dazu kommt. Keine Schwierigkeiten Ganz am Rande saßen die Vertreter der Schott AG, die auf den Gebiet der Glasziegel über große Erfahrung verfügen. In Spanien haben sie als Mahnmal einen Glasturm aus 15 000 Glassteinen erbaut. Das Isny da noch eins draufsetzen würde und mit 250 000 Glasziegeln die nächste Dimension erreichen könnte, interessiert die Schott AG durchaus. Oliver Baumann und Dr. Kurt Nattermann betonten das ausdrücklich. Fazit: Ein Gebäude aus Glasziegeln ist genau so haltbar wie jedes andere und auch die Verarbeitung würde keine nennenswerten Schwierigkeiten machen, wenn die Glasarbeiten von gelernten Fachleuten ausgeführt würden. Alles scheint in den berühmten trockenen Tüchern zu sein.

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