Breites Programm auf dem 6. Isnyer Energiegipfel

Die Energiewende geht jeden an

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Die Diskussionsrunde im Rahmen des Isnyer Energiegipfels am Freitagabend: Ludger Möllers (v.l.), Prof. Norbert Menke, Prof. Werner Süß, Andreas Thiel-Böhm, Stephan Kohler und Michael Panzram.

Isny – Niemand bestreitet die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Nutzung von Energie jeder Art. Niemand zweifelt an der Effizienz des Energiesparens als eine Möglichkeit zusammen mit alternativen Methoden der Energiegewinnung die Energiewende herbei zu führen.

Trotzdem war das Kurhaus am Freitagabend beim 6. Isnyer Energiegipfel nicht voll besetzt, was in Anbetracht der Experten-Besetzung mit Referenten und Beratern überraschend war. 

In diesem Jahr hatten die Veranstalter den Energiegipfel wieder ins Kurhaus gelegt, da die Veranstaltung nur alle zwei Jahre mit einer Messe verbunden wird. Das änderte aber nichts an der Qualität der Referentenliste. Nach der Begrüßung durch Altbürgermeister Manfred Behrning, der mittlerweile Vorsitzender des REFI (Regionales Energieforum Isny) ist und sich somit für den Energiegipfel verantwortlich zeichnet, und Bürgermeister Rainer Magenreuter, in dessen Amtszeit auch der Beginn dieser Serie fiel, kam schon der erste Referent zum Zuge. Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäfts- führung der Deutschen Energie Agentur Berlin (dena), hatte ein Schlüsselthema des ersten Abends gewählt. „Zentral, dezentral, CO² neutral – Fragen zum Herbeiführen der Wende.“ CO²-Reduktion und Energiereduktion waren dabei die Kernthemen. „Die Geräte, die wir benutzen, sind immer effizienter, aber ihre Zahl nimmt zu. So ist der Verbrauch an Energie relativ konstant“, erläuterte er. Wichtig ist ihm auf alle Fälle, dass auch geringer Verdienende sich diese Geräte leisten können, um ebenfalls einsparen zu können. „Die Weichen für die Energiewende werden jetzt gestellt und nicht irgendwann in der Zukunft“, betonte Kohler. 

Eine Podiumsdiskussion, die von den beiden Redakteuren Ludger Möllers und Michael Panzram geleitet wurde, schloss sich an. Prof. Dr. Norbert Menke als Vertreter der Energiewirtschaft, Prof. Dr. Werner Süß, Fachmann für Windenergie, Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer der Stadtwerke Ravensburg/Weingarten, und Dipl. Ing. Stephan Kohler waren die Teilnehmer dieser Runde. Hier prallten nicht Meinungen aufeinander, sondern alle kamen zu einem gemeinsamen Schluss: Ein All-Parteien- Konsens ist nötig, um die Überlebensfrage der Energiegewinnung und des Energiesparens auf ein Niveau zu heben wo es nicht länger durch Parteiquerelen Schaden erleidet. 

Kein Wahlkampfthema 

Die Energiewende ist kein Wahlkampfthema, sondern wird mindestens eine ganze Generation lang auch unsere Kinder beschäftigen. Die genossenschaftliche Entwicklung und somit die Beteiligung der Bürger wird fortschreiten und die Kommunen werden sich weiter um ihre Autarkie bemühen. Selbst die Windenergie belastet die Umwelt, aber einen Supergau wird eine Windkraftanlage mit Sicherheit nicht verursachen. Darüber waren sich die Experten einig. Zum Abschluss des Abends krönte Professor Klaus Pfeilsticker den Isnyer Energiekönig. Einmal mehr war es Oliver Baumann, zuständig für die Umstellung der Isnyer Straßenbe- leuchtung auf Energiesparlampen am Isnyer Baubetriebhof, der den Preis entgegen nehmen durfte. Nach der Diskussionsrunde am Freitagabend ging der 6. Isnyer Energiegipfel auch am Wochenende noch weiter. 

Der Samstag stand dabei im Zeichen der Energieeffizienz in Gewerbe und Gastronomie und am Sonntag standen Speicher und Netze allgemein, energiesparendes Fahren und die Situation in Isny auf der Themen- liste. Abschließend erläuterte Bausachverständiger Pit Hummel in objektiven „Statements“ die Situation der Windkraft in Isny und die weiteren zu erwartenden Schritte.

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