Bundeswehr löst Fachsanitätszentrum Kempten auf

Feierstunde zum Abschied

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Doppelter Abschied: Die Stellvertretende Kommandeurin Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung Generalarzt Dr. Gesine Krüger löste im Rahmen einer akademischen Feierstunde nicht nur das Fachsanitätszentrum Kempten auf. Nach fast 30 Jahren Dienstzeit verabschiedete sie Oberfeldarzt Dr. Artur Fiedler in den wohlverdienten (Un-)Ruhestand.

Kempten – Trotz akademischer Feierstunde war den meisten Teilnehmern der Veranstaltung am Dienstag nicht wirklich zum Feiern zumute. Denn es heißt Abschied nehmen: Für die Bundeswehrangestellten von ihrer Dienststelle am Haubensteigweg, für die Stadt Kempten wieder einmal von einem Bundeswehrstandort. Für viele Bürgerinnen und Bürger heißt es Abschied nehmen von Freunden und Bekannten. Und für die Bundeswehr heißt es Abschied nehmen vom letzten Fachsanitätszentrum seiner Art.

Anlässlich dieser vielfältigen Abschiede begrüßte der Leiter des Fachsanitätszentrums, Flottenarzt Dr. Frank Bertling, eine ebenso vielfältige Gästeschar: Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle, den Bürgermeister der Patengemeinde Oy-Mittelberg, Theo Haslach, den Schulleiter des Carl-von-Linde-Gymnasiums, Hermann Brücklmayr, militärische und zivile Angestellte und Bürgerinnen und Bürger aus Kempten und Oy-Mittelberg. Festredner Ralf Lienert blickte in seinem Vortrag auf die Geschichte des Bundeswehr-Sanitätszentrums in Kempten zurück.

Die offizielle Auflösung des Bundeswehrstandorts am Haubensteigweg nahm anschließend die Stellvertretende Kommandeurin des Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung, Generalarzt Dr. Gesine Krüger, vor. Angesichts der zahlreichen Gäste freute sie sich über die große Verbundenheit mit dem Fachsanitätszentrum Kempten.

In ihrer Rede ging Krüger auch auf die Terroranschläge in Paris ein: „Dieser Anschlag war abscheulich und feige, und nicht nur ein Anschlag auf Frankreich, sondern auf uns alle. Es ging den Terroristen nicht um Symbolik, sondern um Menschen, die leben wie wir – es ging ihnen um uns“ – umso wichtiger sei es, dass wir uns gemeinsam diesen Terroristen und ihrer menschenverachtenden Ideologie entgegensetzen.

Die Stellvertretende Kommandeurin ging in ihrer Abschiedsrede auch nochmals auf die Hintergründe der Auflösung des Kemptener Bundeswehrstandorts ein: „Mit der Stationierungsentscheidung des damaligen Bundesministers der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière, am 26. Oktober 2011 wurde festgelegt, dass das Gebirgssanitätsregiment 42 ‚Allgäu‘ aufgelöst, die Artillerie-Kaserne aufgegeben wird und lediglich noch ein Karriereberatungsbüro am Standort Kempten verbleibt.“ „Die Entscheidung war vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen notwendig und unvermeidbar. Damit waren auch die Tage des Fachsanitätszentrums Kempten mit seinem ersten und einzigen Leiter – Flottenarzt Dr. Bertling – gezählt; der Bedarf an sanitätsdienstlicher Unterstützung in der Region wurde einfach zu gering. Und so blieb nichts anderes übrig, als die Auflösung einzuleiten“, erläuterte Krüger.

Mit einer Portion Wehmut übergab die Generalärztin an Bertling den Auftrag das Fachsanitätszentrum Kempten offiziell abzumelden.

Michael Schropp

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