FDP nimmt Kommunalpolitik aufs Korn

"Ein Hallelujah für Kempten"

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Dr. Dominik Spitzer sorgte für eine amüsante, musikalische Umrahmung.

Mit Komiksatire, Lied und Märchen unterhielt die FDP ihre Gäste in der Weinstube Hensler in Kempten. 32 Anwesende erlebten einen fröhlichen Politischen Aschermittwoch, der unter dem Motto „FDP reloaded“ stand.

Die Stadträte Dr. Dominik Spitzer und Ullrich Kremser nahmen dabei die Kemptener Kommunalpolitik aufs Korn. 

„Wir waren sehr betroffen von den Reaktionen auf unseren letzten Aschermittwoch“, sagte der Kemptener FDP-Kreisvorsitzende Dr. Dominik Spitzer mit weinerlicher Stimme, um danach in Gelächter auszubrechen. Im vorigen Jahr hatte die FDP in einem Sketch den damaligen Oberbürgermeisterkandidaten Thomas Kiechle als Handpuppe des CSU-Stadtratsfraktionsvorsitzenden Erwin Hagenmaier dargestellt, was Unmut bei den Christsozialen hervorrief. „Wir werden heute nichts über landes- und bundespolitische Angelegenheiten sagen.“ Denn als außerparla- mentarische Opposition hätten sie keine Ahnung von der Abstandsregelung H10 bei Windkraftanlagen, Stromtrassen, der PKW-Maut, Rente mit 63, Bürokratie des Mindestlohns und dem Flughafen Berlin. „Dafür gibt es andere tolle Politiker“, meinte Spitzer. 

Plötzlich erschien der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der von Daniel Spitzer mit Maske dargestellt wurde. Er steuerte eine Drohne durch den Raum. „Wer nicht gefilmt werden will, muss sein Gesicht verdecken“, verriet Spitzer. Wortlos verschwand „Seehofer“ nach einer Weile. In der Art von „Lisas Welt“, der Satire des Politmagazins „Report Mainz“, präsentierten Spitzer und Kremser „Thomas’ Welt“. Michael Dietz klebte dabei die ausgeschnittenen Köpfe von OB Thomas Kiechle sowie der Stadträte auf eine Leinwand und zeichnete auch. „Das ist der Thomas. Der Thomas ist der Chef von Kempten und arbeitet im Rathaus und ist der Chef vom Stadtrat“, las Spitzer vor. Er verglich die Parteien mit Familien, die in einer Straße wohnen. „Da gib es zum Beispiel den Erwin, der sitzt immer in der letzten Reihe, wenn sich alle treffen. Das ist auch gut so, denn der Thomas mag es gar nicht, wenn der Erwin ständig neben ihm steht. Aber der Erwin hat ja eine Freundin aus einer anderen Familie. Das finden viele nicht so gut, die sitzt neben dem Thomas“, meinte Spitzer in Anspielung auf Erwin Hagenmaiers Lebensgefährtin Sibylle Knott von den Freien Wählern. „Der Ulli und der Dominik sind sauer, weil ihnen der Erwin das Spielzeug von Ulli weggenommen hat. Das hat dann der Stephan bekommen und weiß gar nicht, wie man damit spielt. Deshalb benützt er es auch nicht“, erklärte Spitzer im Hinblick darauf, dass Ullrich Kremser den Posten des Städtepartnerschaftsbeauftragten an Stephan Prause verloren hat. Nach der Melodie von Leonard Cohens „Hallelujah“ sang Spitzer „Ein Hallelujah für Kempten“, wobei er sich selbst auf der Gitarre begleitete. „Ja Kempten ist ne geile Stadt, die viele große Löcher hat“, hieß es darin. „Der Prause wünscht sich einen Weihnachtsstand, hat noch kein Konzept zur Hand“, trug der Kreisvorsitzende vor. „Stephan Prause, mach mal Pause, Stephan Prause, geh nach Hause“, wünschte er sich. „Ein Kiosk auf den Hildegardplatz soll, das findet Stadtrat Hagenmaier toll“, sang Spitzer. 

Das Märchen „Der schwarze Wolf und die sieben roten Geißlein“ beschäftigte sich mit den SPD-Stadträten, die bei der Wahl des Städtepartnerschaftsbeauftragten für Prause gestimmt hatten. „Macht mir auf, Kinder, euer liebes Mütterchen ist heimgekommen und hat jedem von Euch etwas mitgebracht. Dir, Siegfried, bringe ich den Beauftragtenposten für Integration, dir, Regina, den Beauftragtenposten für Jugend und Familie, und dir, Lothar, den Beauftragtenposten für Senioren, Menschen mit Behinderung und Heime“, sagte der Wolf bei seinem dritten Erscheinen zu den Geißlein. Als diese schließlich erkannten, wem sie die Tür geöffnet haben, sprach der Wolf: „Ihr könnt eure Posten behalten, wenn Ihr den Beauftragten für Partnerstädte verratet.“ 

Spitzer hatte alle Texte selbst geschrieben und kündigte an, während der sechsmonatigen Abwesenheit der Grünen-Stadträtin Carolin Brög seine Aufwandsentschädigung an kleinere Vereine zu spenden. „Wir können versprechen, dass wir weiter für unser Kempten kämpfen werden“, versprach Ullrich Kremser.  Franziska Kampfrath

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