Regionalentwicklung Oberallgäu feiert zehnjähriges Bestehen

"Ein wahrer Glücksfall"

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Dr. Sabine Weizenegger ist seit zehn Jahren Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Oberallgäu.

Landkreis – Rückblick und Ausblick waren die beiden großen Schlagworte, mit denen die Verantwortlichen jetzt das zehnjährige Bestehen der Regionalentwicklung Oberallgäu in Altusried feierten.

Einen Ausblick auf die anstehende Erarbeitung der Entwicklungsstrategie 2014-20 gaben Geschäftsführerin Dr. Sabine Weizenegger und das Münchner Büro KlimaKom, das die Region beim anstehenden Strategie-Prozess begleitet. Abgerundet wurde der feierliche Abend mit zahlreichen kleinen Anekdoten aus den vergangenen zehn Jahren und mit musikalischer Unterstützung durch den U50-Chor Altusried.

 Insgesamt rund 100 Teilnehmer, darunter zahlreiche politische Vertreter der Region, Projektträger von geförderten Leader-Projekten, Vereinsmitglieder, ehemalige Mitarbeiter und Unterstützer, nahmen die Einladung an und kamen nach Altusried, den Geburtsort der Leader-Aktivitäten im Oberallgäu, um den Geburtstag gebührend zu feiern. Auch Staatsminister a. D. Josef Miller (CSU) und Landrat Gebhard Kaiser (CSU) ließen sich den Festabend nicht entgehen und lobten in ihren Grußworten die Arbeit und Bedeutung der Regionalentwicklung Oberallgäu. 

Nach der Begrüßung durch den Hausherren und Vorsitzenden, Altusrieds Bürgermeister Heribert Kammel (FW), der einen Überblick über die Entstehung und die Entwicklungen der Regionalentwicklung Oberallgäu gab, berichteten einige Akteure der ersten Stunde unter Moderation von Leader-Manager Ethelbert Babl von den Anfängen von Leader. 

Im Jahr 2001 wurde Gerhard Hock, damals Leader-Manager und heute zuständig für die Bewilligung von Leader-Projekten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten, bei der Suche nach einer Gemeinde, die sich als Leader-Region bewerben würde, auf Altusried aufmerksam. Die Gemeinde erfüllte mit genau 10 005 Einwohnern ganz knapp die formale Hürde. Außer dem hatten sich bereits engagierte Bürger zusammengetan, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Unter diesen fand sich auch Markus Romer, der letztlich in rund 600 ehrenamtlichen Stunden das erste regionale Entwicklungskonzept für Altusried schrieb. 

Kammel berichtete, dass die damaligen Druck- und Fahrtkosten in Höhe von etwas 5000 Euro in keinem Verhältnis stehen zu dem, was ein solcher Prozess koste, wenn er von einem externen Büro geschrieben wird. „Dieser große, ehrenamtliche Einsatz war ein wahrer Glücksfall für Altusried und letztlich für die Region und hat die Leader-Förderung für rund 100 Projekte seit 2004 im gesamten Oberallgäu erst möglich gemacht.“ 

Frau der ersten Stunde 

Mit der Gründung des Gemeindeentwicklungsvereins Altusried (GEVA) wurde eine Struktur geschaffen, um die ersten Leader-Projekte in Altusried zu verwirklichen, berichtete dessen Vorsitzender Roland Wintergerst. Hier wurde nach der Erweiterung der LAG auf den nördlichen Landkreis Oberallgäu auch die erste Geschäftsstelle eingerichtet. Dr. Sabine Weizenegger, bis heute Geschäftsführerin, nahm ihre Arbeit seinerzeit auf. Für die Erweiterung wurde das Altusrieder Entwicklungskonzept auf Initiative von Landrat Kaiser in wenigen Wochen mit den damals gerade fertig gestellten Leitlinien des Landkreises verschmolzen und kurz vor Ablauf der Frist beim Ministerium eingereicht. 

„Trotz der Nacht- und Nebelaktion ist eine tolles Konzept entstanden, das die Jury in München überzeugt hat“, berichtet Nicole Dietrich vom Landratsamt Sonthofen, die damals die Schreibarbeit übernommen hat. Nach dem offiziellen Abschluss der Förderperiode 2007-13 geht es in den nächsten Wochen und Monaten um die Frage, was den Menschen in den nächsten Jahren wichtig ist. Dazu wird bis zum Herbst eine Entwicklungsstrategie erarbeitet. „Um das Rad nicht neu zu erfinden, werden bestehende Leitbilder zu verschiedenen Themen ausgewertet und in die neue Strategie integriert.“ betonte Geschäftsführerin Dr. Sabine Weizenegger. 

Aktuelle Strategie 

Es werden Veranstaltungen stattfinden, in die sich die Akteure aus dem Oberallgäu einbringen können. Ende März steht als erstes eine Bilanz- und Perspektivenkonferenz an, später wird ein Ideenworkshop folgen. „Dabei sollen die Akteure die Möglichkeit erhalten sich zu engagieren, ohne überstrapaziert zu werden“, erklärte Dr. Götz Braun, der mit seiner Kollegin Nina Hehn von der Firma KlimaKom den Prozess im Landkreis begleiten wird. „Die Übersetzung der Ideen und Wünsche in die Sprache und Anforderungen der Programm-Vorgaben der EU und des Landwirtschaftsministeriums übernimmt dann die Firma KlimaKom“, machte er klar. 

Das Ergebnis wird eine aktuelle Entwicklungsstrategie für die Region Oberallgäu sein, das so genannte Regionale Entwicklungskonzept (REK). Dieses ist zum einen die formale Voraussetzung für die Teilnahme am Leader-Programm 2014-20 und wird als Bewerbung im Herbst beim Landwirtschaftsministerium in München eingereicht. Zum anderen sei das Regionale Entwicklungskonzept für den Landkreis Oberallgäu aber auch die Basis für eine künftige zielgerichtete Entwicklung der Region und eine themenübergreifende und vor allem Förderprogramm unabhängige Arbeitshilfe für die Akteure der Aktionsgruppe.

kb

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