Ferien als Problem

In der Suttschule gibt es bereits eine Ferienbetreuung. Weitere sollen folgen. Foto: Matz

Nicht nur das Betreuungsangebot für Kinder während der Schulzeit beschäftigte den Schul- und Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Wie Birgitt Richter vom Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport berichtete, steige auch die Nachfrage an institutioneller Ferienbetreuung „immens“. Angeboten werde diese bislang in der Haubenschloß- sowie der Suttschule von 7.30 Uhr bis circa 16 Uhr.

Die Eigenbeteiligung der Eltern – pro Tag und pro Kind an der Haubenschloßschule fünf Euro plus Mittagessen (circa drei Euro) und an der Suttschule sechs Euro inklusive Mittagessen – werde laut Schulreferent Benedikt Mayer bedürftigen Eltern erstattet. Eine dritte Ferienbetreuung sei, so Richter weiter, für das kommende Schuljahr an der Nordschule geplant. Ferner würden bereits alle neun Kemptener Kinderhorte während zehn Wochen der unterrichtsfreien Ferienzeit rund 450 Plätze anbieten – allerdings nur für die im Hort auch angemeldeten Kinder. Außerdem bezuschusse die Stadt „flexible Ferienangebote“, die in Zusammenarbeit mit freien Trägern organisiert würden. Die Untergrenze der Personalkosten für die institutionelle Ferienbetreuung liege, je nach Teilnehmerzahl, bei 1550 Euro pro Woche. Von den insgesamt 14 Ferienwochen würden acht Wochen durch das Betreuungsangebot abgedeckt, davon einwöchige Ferien komplett, zweiwöchige mit je einer Woche und die sechswöchigen Sommerferien mit drei Wochen. Die restliche Zeit entspreche dem in der Regel sechswöchigen Urlaubsanspruch der Eltern, erklärte sie. Die Kostenschätzung zugrunde legend, verblieben bei achtwöchiger Betreuungszeit nach Abzug der Elternbeiträge 8400 Euro an ungedeckten Kosten. Bei einer Aufstockung auf zehn Wochen müssten 10 500 Euro noch abgedeckt werden. Nachdem eine Umfrage in anderen bayerischen Städten zum Thema ergebnislos geblieben sei, laufe derzeit eine Abfrage in anderen Bundesländern. Während Alexander Hold (FW) bestätigte, dass die Ferien „für Berufstätige und viele Alleinerziehende ein Problem darstellen“, fühlte sich Michael Hofer (ödp) „sehr an DDR-Zeiten erinnert, als Kinder rundum betreut wurden“.

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