Festwochenleitung zieht positive Bilanz – Sperrung der Salzstraße führt weiter zu Diskussionen

Rückblick auf die Allgäuer Festwoche 2016

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Die Festwochenleitung zieht für die Allgäuer Festwoche 2016 eine positive Bilanz.

Kempten – „Insgesamt sind wir mit den Zahlen sehr zufrieden“, bilanzierte Festwochenleiterin Martina Dufner-Wucher, als sie vergangenen Donnerstag im Werkausschuss auf die diesjährige Allgäuer Festwoche zurückblickte. Mit 100.390 Tagesbesuchern wurden über 6000 mehr als im Vorjahr gezählt, die Zahl der Abendbesucher ging dagegen um knapp 4000 auf 70.658 zurück. Diskutiert wurde auch dieses Mal im Gremium wieder über die Sperrung der Salzstraße.

Besuchermagnete waren laut Dufner-Wucher auch in diesem Jahr wieder die Sonderschauen und das Handwerkerzelt. Die Resonanz der Aussteller sei überwiegend positiv – „fast alle wollen nächstes Jahr wiederkommen“. „Erfreulich großes Interesse“ hatten die Besucher am Bio-Erlebnistag, der erstmals am letzten Festwochensonntag stattfand. Sehr gut angenommen wurde erneut die Kinder-Kreativ-Werkstatt, in der über 1000 Kinder betreut wurden bzw. sich kreativ betätigt hatten.

Die längere Öffnungszeit von Mohrenwirts Milchwirtschaft sei zwar schon gut angekommen, müsse sich aber auch noch etablieren, betonte Dufner-Wucher. Das P&R-Angebot sowie die Fahrten mit den Nachtbussen seien reibungslos gelaufen und die kurzfristig eingeführten Taschenkontrollen hätten aufgrund der dafür notwendigen Aufstockung des Personals zu Mehrkosten geführt.

Circa 1800 Besucher sahen sich die Veranstaltungen im Residenzhof an. Das Thema Residenzhof werde in der November-Sitzung des Werkausschusses jedoch nochmals extra behandelt, blickte Dufner-Wucher voraus.

Einmal mehr zu Diskussionen geführt hat die Sperrung der Salzstraße. Die Festwochenorganisatoren konnten zwar bei der Mehrheit eine positive Resonanz wahrnehmen, was sich auch in den ersten Ergebnissen der großen Besucher- und Ausstellerumfrage widerspiegle (Vorstellung in der November-Sitzung), an einige Stadträte wurden aber auch andere Meinungen herangetragen. „Ich hab anderes gehört von Anwohnern“, berichtete Ingrid Vornberger (SPD). Die ersten Tage sei es katastrophal gewesen und es habe auch massive Beschwerden vom Finanzamt gegeben. „Es kommt darauf an, wen man fragt“, so Vornberger.

OB Thomas Kiechle wies darauf hin, dass es Aufgabe des Werkausschusses sei, die Themen der Festwoche zu behandeln, im Verkehrsausschuss würden die Themen zum Verkehr diskutiert. Man habe die Sperrung heuer bewusst als Versuch gemacht.

Birgit Geppert sah die Sperrung der Salzstraße für die Festwoche als Bereicherung, habe aber viele Beschwerden von Geschäftsleuten in der Salzstraße gehört. Gleiches berichtete Klaus Knoll (FW). Zwei Geschäftsinhaber seien auf ihn zugekommen, da sie 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz gemacht hätten. Er regte Verbesserungen an und schlug einen weiteren Ein- und Ausgang in diesem Bereich vor. Ullrich Kremser (FDP), selbst Geschäftsinhaber in der Eberhardstraße, konnte von vielen Beschwerden aus den umliegenden Straßen und von Taxifahrern berichten. Außerdem seien einige – unter anderem auch der Stadtverkehr – teilweise entgegen der Einbahnregelung durch die Eberhardstraße gefahren.

Diese Einbahnregelung fand auch Festwochenbeauftragter Hans-Peter Hartmann (FW) nicht glücklich, erinnerte aber nochmals, warum die Sperrung gemacht wurde – weil die Übergänge in den vergangenen Jahren ein Unfallschwerpunkt waren.

Das Thema Sperrung der Salzstraße wird auf Antrag von Regina Liebhaber (SPD), der mit 6:4 Stimmen genehmigt wurde, nun in einer gemeinsamen Sitzung des Verkehrs- und des Werkausschusses behandelt. OB Kiechle betonte nochmals, dass es keinen gemeinsamen Beschluss geben wird. Der Werkausschuss könne nur eine Empfehlung aussprechen, die Entscheidung treffe der Verkehrsausschuss.

Melanie Weidle

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