Verkehrsausschuss stimmt der Testphase während der Festwoche 2016 einstimmig zu

Salzstraße wird erstmals gesperrt

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In dem rot markierten Bereich wird die Salzstraße vom 12. bis 21. August gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Eberhardstraße, Frühlingstraße zur Bodmanstraße bzw. Frühlingstraße bis zur Lindauerstraße.

Kempten – Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Salzstraße wird im Bereich zwischen der Bodman- und Eberhardstraße während der diesjährigen Allgäuer Festwoche in der Zeit von Freitag, 12. August, bis einschließlich Sonntag, 21. August, für den Verkehr testweise gesperrt. Dem Antrag der Fraktionen der CSU und Freien Wähler sowie des Festwochenbeauftragten im Stadtrat hat der Verkehrsausschuss am Donnerstag einhellig zugestimmt.

Nachdem der Antrag bereits im Werkausschuss vor zwei Wochen für Diskussion und Bedenken gesorgt hatte (der Kreisbote berichtete), hat die Verwaltung die mögliche Sperrung geprüft und einen Verkehrsgutachter herangezogen. Die Ergebnisse wurden von Markus Wiedemann, Leiter des Amts für Tiefbau und Verkehr, vorgestellt.

Demnach soll die Umleitung über die Eberhardstraße, Frühlingstraße zur Bodmanstraße bzw. Frühlingstraße bis zur Lindauerstraße erfolgen. Die Eberhardstraße soll als Einbahnstraße von der Salzstraße verkehrsrechtlich beschildert werden. Dies sei aufgrund der Schleppkurven der Busse und Lastkraftwagen erforderlich, so Wiedemann. In der Frühling- straße müsse durch zusätzliche Halteverbote in Teilbereichen der Fahrbahnbereich freigehalten werden. Die Signalanlage Bodmanstraße/Fühlingstraße müsse entsprechend der neuen Verkehrsströme angepasst werden. Der Verkehr aus der Mozartstraße Richtung Norden werde bereits ab der Beethovenstraße durch Wegweisung in beide Richtungen abgeleitet. Eine Durchfahrt bis zur Bodmanstraße sei jedoch für den ortskundigen Verkehrsteilnehmer nach wie vor möglich, so Wiedemann. Dort bestehe jedoch dann nur die Möglichkeit über die Bodmanstraße Richtung Adenauerring abzufahren.

Mehr Verkehr auf der Umleitungsstrecke 

Die Frühlingstraße werde durch die Sperrung verkehrstechnisch am meisten belastet, erklärte Wiedemann. Passieren dort normalerweise 2000 bis 3000 Fahrzeuge pro Tag, werde sich das Verkehrsaufkommen voraussichtlich auf rund 6000 Kfz pro Tag erhöhen, was in etwa zehn Fahrzeuge pro Minute entspreche. Die verbleibenden Verkehrsströme im unmittelbaren Sperrbereich können laut Gutachter an den Knotenpunkten aber leistungsfähig abgewickelt werden. Größere Behinderungen sind grundsätzlich nicht zu erwarten. Erfahrungsgemäß sei auch das Verkehrsaufkommen während der Ferienzeiten gegenüber dem werktäglichen Verkehr deutlich geringer. „Nach zwei bis drei Tagen verteilt sich der Verkehr, wenn die Leute wissen, dass eine Straße gesperrt ist“, erläuterte Wiedemann Erfahrungswerte. Laut Verkehrsgutachter werde sich ein Verlagerungsverkehr auch auf dem westlichen Ring sowie auf die Kronenstraße und Beethovenstraße verteilen.

Das Finanzamt sowie die Gebäude an der Salzstraße 16 und 18 sollen während der Öffnungszeiten des Ausstellungsgeländes durch einen Korridor (abgetrennt durch einen Bauzaun) erreichbar sein. Dieser Zugang kann über das Festwochengelände und durch einen Sicherheitsdienst gewährleistet werden. Außerhalb dieser Öffnungszeiten ist der Korridor frei zugänglich.

Feuerwehr mit Sperrung einverstanden 

Die Sperrung der Salzstraße führt grundsätzlich zu Beeinträchtigungen bei den Rettungsfahrzeugen im Stadtgebiet, da die Salzstraße neben der Königstraße als Hauptausrückeweg genutzt wird. Da während der Allgäuer Festwoche die Königstraße nicht als Rettungsweg Richtung Süden genutzt werden kann, konzentriere sich die Hauptachse auf die Salzstraße. Aus Sicht der Feuerwehr wurde daher die Umwegigkeit über die Umleitungsstrecke problematisch eingestuft, jedoch nicht unmöglich gesehen. „Die Notärzte haben kein Problem, die starten in der Robert-Weixler-Straße, Probleme ergeben sich eher für die Rettungsdienste und Feuerwehr“, erklärte Volker Reichle, Abteilungsleiter Verkehrswesen im Amt für Tiefbau und Verkehr. Auch wenn die „nicht begeistert“ gewesen wären, hätten sie sich nicht gegen eine testweise Sperrung ausgesprochen, da dadurch wichtige Erkenntnisse geliefert werden könnten, ergänzte Markus Wiedemann, Leiter des Amts für Tiefbau und Verkehr.

Durch die Sperrung können nicht nur die Behelfsübergänge an der Salzstraße entfallen und Personalkosten an den Pforten reduziert werden, sondern auch eine zusätzliche Ausstellungsfläche genutzt werden. Durch die testweise Sperrung wird die Salzstraße zudem als Gefahrenstelle deutlich entschärft, so Wiedemann. „Insgesamt meinen wir, dass die Testphase ein gutes Instrument ist“, erklärte er aus Sicht der Verwaltung. Dieser Meinung schloss sich auch Klaus Knoll (FW) an, aber mit der Bitte, die Beschilderung bezüglich der Straßensperrung schon an den Einfahrtsstraßen der Stadt zu errichten und nicht erst in der Innenstadt, sowie das „Park and Ride“-Angebot in diesem Zeitraum zu verbessern. Zudem solle während der Sperrung der Salzstraße vermehrt darauf geachtet werden, dass in der Kronenstraße nicht geparkt wird, damit die Einsatzfahrzeuge „gut durchkommen“, richtete sich Alexander Wulf Buck (CSU) an die Verwaltung.

Die Sperrung soll in diesem Jahr testweise eingeführt werden und anhand der Erkenntnisse dann im Nachgang über eine Ausweitung der Sperrung in den Folgejahren erneut beraten werden, so der einstimmige Beschluss des Verkehrsausschusses.

Lea Stäsche

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