Die fetten Jahre sind vorbei

Es sehe fast so aus, als ob auf sieben fette nun sieben magere Jahre folgten, aber leider „gab es in der Braubranche schon lange keinen fetten Jahre mehr“, stimmte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Albert Christmann die Aktionäre bei der Jahreshauptversammlung auf das Jahresergebnis 2008 des Allgäuer Brauhauses ein. Und das laufende Jahr „wird eher noch schwieriger werden als 2008“, lautete seine Prognose. Dennoch konnten sich die Aktionäre über die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von zwei Euro pro Stückaktie freuen.

Mit dem Bilanzgewinn in Höhe von 192 000 Euro und einem Jahresüberschuss von 173 000 Euro „nicht zufrieden“ zeigte sich auch Brauhaus-Vorstand Heinz Christ, der den Geschäftsbericht erläuterte. „Neben den Absatzrückgängen belasten uns wesentlich gestiegene Kosten im Einkauf“, erklärte er. Gegenüber dem Vorjahr vermeldete er einen Absatzrückgang im Inland um 5,6 Prozent, beim Export um 9,7 Prozent und bei den alkoholfreien Getränken um 5,2 Prozent. Neben einer ebenfalls leicht rückläufigen Entwicklung beim Fassbier sei auch „der Druck auf die Flaschenbiere sehr hoch“ gewesen. Davon ausgenommen, „unsere Bierspezialitäten und Bügelverschlussflaschen“, denen er eine Absatzsteigerung von 3,5 Prozent bescheinigte. Regionales Zugpferd Erfreut zeigte er sich über die positive Entwicklung bei den „regionalen Spezialitäten in der Bügelverschlussflasche“, die um über 36 Prozent zugelegt hätten. In der allgemein stark rückläufigen Gastronomieentwicklung konnte der Vorstand immerhin ein Absatzplus unter den Top 20 Gastronomiekunden verbuchen. Die Investitionen des Allgäuer Brauhaus lagen im Vorjahr laut Christ bei insgesamt 3,5 Millionen Euro, davon allein über zwei Millionen Euro für technische Anlagen am Produktionsstandort Leuterschachen. Weiters habe man in den Umbau des „Wilden Männle“ in Oberstdorf, Belieferungsrechte, Grundstücke sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Bereitschaft zum Ausbilden Christ hob angesichts der neun Auszubildenden von insgesamt 137 Mitarbeitern die Bereitschaft zur Ausbildung junger Menschen hervor, die durch „tarifliche Vereinbarungen in der bayerischen Brauwirtschaft“ allerdings beeinträchtigt werde. Belegschaft gefordert Auch das Maßnahmenpaket, mit dem das Brauhaus im laufenden Geschäftsjahr positive Trends verstärken und negative Entwicklungen abfangen will, stellte Christ vor. Unter anderem ein überarbeitetes Dachmarkenlogo, das „klarer und damit noch besser erkennbar“ sei, das Erschließen neuer Märkte außerhalb des Allgäus, verschiedene Gastronomie Aktivitäten – und Sparen. „Budgets wurden der Marktsituation angepasst“, versicherte Christ und auch von der Belegschaft sei ein Beitrag „zur Arbeitsplatz- und Standortsicherung eingefordert“ worden.

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