Letzte offizielle Zeremonie in der Artillerie-Kaserne in Kempten

Abschied der Soldaten

+
Der letzte Akt: Die Bundesdienstflagge an der Artillerie-Kaserne wird ein letztes Mal eingeholt und somit formal der Bundeswehrstandort des Gebirgssanitätsregimentes 42 in Kempten für immer geschlossen.

Kempten – Das war‘s, könnte man sagen, und in den Gesichtern der letzten noch in Kempten verbliebenen Soldaten und ihrer Kommandeure des Gebirgssanitätsregimentes 42 in der Artillerie-Kaserne ist Wehmut zu erkennen. In einem letzten Apell wurde die Bundesdienstflagge eingeholt und Oberstleutnant Roland Reisner übergeben. Zum letzten Mal fuhr ein Bundeswehrfahrzeug vom Gelände der Artillerie-Kaserne, die seit dem Jahr 1937 Stationierungsort des Gebirgssanitätsregimentes 42 gewesen ist.

Natürlich wohnte der letzten offiziellen Zeremonie mit symbolischer Schlüsselübergabe Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle bei. Aber auch die Bürgermeister von Lauben, Haldenwang, Wildpoldsried, Dietmannsried und Altusried waren als die höchsten Vertreter der regionalen Patengemeinden der Bundeswehr zum „Lebewohl sagen“ am vergangenen Donnerstag erschienen. Ebenso anwesend waren die Begründer des Traditionsvereines der Ehemaligen und Freunde des Standortes Kempten e.V., Herbert Karg und Helmut Hitscherich. „Den Verlust des Standortes Kempten für das Gebirgssanitätsregiment 42 ist von allen Betroffenen bereits emotional verarbeitet und abgeschlossen“, so Oberstarzt Dr. Thorsten Schütz, Kommandeur des neuen Standortes des Gebirgssanitätsregimentes 42 in Dornstadt zu den letzten anwesenden Soldaten beim Abschlussappell. „Heute wird nur formal abgeschlossen, was schon vor Monaten politisch beschlossen wurde.“

Nach dem letztem Appell auf dem Vorplatz der Artillerie-Kaserne lud die Bundeswehr die Anwesenden noch zu einem Empfang in die ehemalige Truppenküche. Hier wurden durch Schütz noch einmal die Soldaten gewürdigt, die die logistische Abwicklung der Kaserne im letzten halben Jahr geleitet hatten, unter anderem Oberstleutnant Reisner und Oberfeldarzt Dr. Tobias Gamberger.

Ein letztes Mal wandte sich dann Kiechle an die Soldaten des Gebirgssanitätsregimentes 42. Er bedankte sich für das gute Auskommen zwischen den stationierten Soldaten und der Bevölkerung der Stadt Kempten und des Umlandes. „Der Austausch war stets vorbildlich“, so Kiechle. „Wir blicken voller Dankbarkeit zurück und wir alle werden das vertraute Bild von Soldaten, die hier in Kempten ihren Dienst für die Sicherung des Friedens abgeleistet haben, schmerzlich vermissen“, so ein sichtlich gerührter Oberbürgermeister. Ihm und den Bürgermeistern des Altlandkreises überreichte Oberstarzt Dr. Thorsten Schütz abschließend eine vom Traditionsverein der Ehemaligen und Freunde des Standortes Kempten e.V. gemeinsam mit Aktiven der Bundeswehr erstellte Chronik des Gebirgssanitätsregimentes 42. „Meine Damen und Herren des Gebirgssanitätsregimnets 42, wir werden die Soldaten mit dem Edelweiss vermissen und Sie stets in guter Erinnerung behalten.“ Mit diesen Worten beschloss Kiechle die über 200-jährige Tradition Kemptens als Garnisonsstadt endgültig.

Jörg Spielberg

Meistgelesene Artikel

Freie Fahrt im Oberstaufen-Tunnel

Landkreis – Die Topographie des Allgäus verlangt gelegentlich den Bau eines Tunnels. Im Jahre 1853 wurde der Oberstaufen-Tunnel auf der Strecke …
Freie Fahrt im Oberstaufen-Tunnel

"Kaviar und Hasenbraten"

Isny/Rohrdorf – Diesmal haben sich die „Theaterleute“ vom Theaterverein Rohrdorf ein Stück von Regina Rösch ausgesucht und „Kaviar und Hasenbraten“, …
"Kaviar und Hasenbraten"

Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

Kempten - Im Zuge eines seit Monaten andauernden Rauschgiftermittlungsverfahrens wurden am gestrigen Mittwoch zeitgleich mehrere Wohnungen in …
Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

Kommentare