Gerd Bischoff übergibt zwei Bücher über Kemptener und Duracher Geschichte

Beiträge zur Heimatgeschichte

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Ein bislang wenig bekanntes Kapitel in der Kemptener und Duracher Geschichte konnte Gerd Bischoff (Mitte) mit seinen zwei Büchern „Das Flugwachkommando Kempten (Allgäu) im Flugmeldedienst der Deutschen Luftwaffe“ sowie „Die militärische Nutzung des Flugplatzes Kempten-Durach 1936 – 1945“ erhellen. Vergangene Woche übergibt er sie im Kemptener Rathaus. Unser Bild zeigt Stadtarchivar Dr. Franz-Rasso Böck (v.l.), OB Dr. Ulrich Netzer, Gerd Bischoff, Johann Leitner, Archivar in Durach, und der Duracher Bürgermeister Herbert Seeger.

Kempten – Auf weitgehend unbekanntes Terrain hat sich Gerd Bischoff, ehemaliger Bürgermeister in Immenstadt, begeben. Herausgekommen sind zwei Bücher: „Das Flugwachkommando Kempten (Allgäu) im Flugmeldedienst der Deutschen Luftwaffe“ und „Die militärische Nutzung des Flugplatzes Kempten-Durach (1936-1945)".

Anstoß zu den Recherchen hatte der Nachlass von Bischoffs Mutter gegeben, die von 1939 bis 1942 ihren Dienst im Flugwachtkommando (Fluko) Kempten geleistet hatte. Dort war Bischoff auf Dokumente gestoßen, die sein Interesse geweckt hatten, sich mit der von 1938 bis 1945 „wichtigen Einheit in Kempten“ näher zu beschäftigen. Zwei Jahre dauerten die Nachforschungen, bei denen er unter anderem stark von Kemp- tens Stadtarchivar Dr. Franz-Rasso Böck unterstützt wurde. Da viele Dokumente schlicht nicht mehr existierten und auch Zeitzeugen allmählich rar würden, sei es „schwierig“ gewesen, an die Informationen zu gelangen, erzählte der Hobbyautor. 

23 Flugwachen zählten laut seinen Nachforschungen ursprünglich zum Fluko Kempten, unter anderem in Hauptmannsgreuth, auf dem Nebelhorn, in Buchenberg oder auch zahlreiche Orte in Vorarlberg. Mit den zwei Beiträgen zur Heimatgeschichte „möchte ich auch meine Verbundenheit“ mit Kempten und Durach zum Ausdruck bringen, betonte er. Denn einen Bezug hat er zu beiden Orten gleichermaßen: In Kempten sei er elf Jahre lang im Rathaus tätig gewesen und habe dort auch „seine ersten politischen Gehversuche gemacht“; in Durach sei sein Vater von 1935-45 Fluglehrer in der Luftwaffe gewesen und habe als Offizier das Kommando kleiner Flugplätze geführt, so unter anderem in Durach, woher auch seine Frau stamme. Gerade die „militärische Nutzung des Flugplatzes“ in Durach sei bislang „nicht berücksichtigt worden“, was Seeger untermauerte: „In der Tat ist die Flugplatzchronik sehr stark von der Heinz-Rühmann-Thematik überlagert“, dankte er für die „eingehende und tiefschürfende Dokumentation.“ 

Darüber hinaus konnte Bischoff nachweisen, dass die Junker der Ordensburg Sont-hofen nicht am Duracher Flugplatz geschult wurden, ledig- lich die Stamm-Mannschaft, in die auch der Eiger-Nordwand-Erstbegeher Anderl Heckmaier als Bergsportführer aufgenommen worden sei. „Wegen einer Sehschwäche“ habe dieser seine Ausbildung dort allerdings „nicht beendet.“ Die beiden, jeweils an die 100 Seiten starken und reich bebilderten Werke hat Bischoff im Eigenverlag drucken lassen. Zwar sind sie nicht käuflich zu erwerben, aber für Interessierte stehen jeweils ein Exemplar im Kemptener Stadtarchiv sowie in der Kemptener Stadtbibliothek zur Verfügung.

Christine Tröger

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