Stimmung zwischen Krankenhaus-Förderverein, Landkreis und OSK kippt

Das Vertrauen ist zerstört

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Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter (v.l.) mit den Vorstandsmitgliedern Rita Boneberger, Prof. Dr. Gerald Grübler und Dieter Hechelmann.

Isny – Der Förderverein zum Erhalt des Krankenhauses hat in seiner Jahresversammlung weitgehend die Meinung des ersten Vorsitzenden mit vertreten, dass das einst gute Verhältnis und die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der OSK mittlerweile nicht mehr den Gegebenheiten entspricht.

Vorsitzender Dieter Hechelmann bedauert die Zerstörung des Vertrauensverhältnisses, sieht aber nach wie vor die Notwendigkeit sich für den Erhalt des Isnyer Krankenhauses einzusetzen. In seinem Rückblick auf die bisherige Entwicklung des Fördervereins bedankte er sich, dass die Mitglieder sich noch immer tatkräftig mit einsetzen und den Entscheidungen des Vorstands stets zugestimmt haben. Im Laufe der Jahre seien aus den Beiträgen und Spenden rund 100 000 Euro in das Inventar des Krankenhauses geflossen und es ist vertraglich gesichert: Die gestifteten Einrichtungsgegenstände und Geräte bleiben Eigentum des Fördervereins und können nicht von der OSK anderweitig eingesetzt werden. 

So war es kurz nach Ostern, als ein neuer Untersuchungsmonitor angeschafft wurde. Die medizinischen und hygienischen Verhältnisse am Isnyer Krankenhaus seien einwandfrei und nicht, wie Dr. Sebastian Wolf es ausdrückte, „ein gesundheitliches Risiko.“ Eine Mitteilung war Vorsitzendem Hechelmann besonders wichtig: „Als Dankeschön für den immerwährenden aufopfernden Einsatz zum Wohle der kranken Menschen in unserem Krankenhaus haben Vorstand und Ausschuss beschlossen, den Ärzten, Pflegekräften und Bediensteten ein Adventsessen zu spendieren. Das soll am 4. Dezember in der Mensa der nta stattfinden und ist nur eine kleine Anerkennung der großen Leistungen“, sagte er. 

Keine Überraschungen 

Ein Bericht des Bürgermeisters Rainer Magenreuter schloss sich an. Ausgehend von der einstweiligen Verfügung des Oberlandesgerichts haben mehrere Verhandlungsrunden mit dem Landkreis und der OSK stattgefunden. Zu einer Einigung kam es jedoch nicht. Die Klageerwiderung der Landkreises ist noch immer nicht in Isny eingetroffen und jetzt hat das Oberlandesgericht Baden-Württemberg mehrere Termine für eine neue Verhandlung vorgeschlagen. Im Februar/März soll es dann so weit sein, dass das gesamte Thema noch einmal vor den Richtern zur Sprache kommt. Die Stadt Isny hofft noch immer auf eine wohlwollende Prüfung durch das Gericht. Die anstehende Neuwahl des Vorstandes brachte keine besonderen Überraschungen. Die bisherigen Vorstands-Mitglieder kandidiertengeschlossen erneut. Dazu kommen zwei neue Beisitzer. 

Das Schlusswort in der Versammlung hatte schließlich Prof. Dr. Gerald Grübler, der dem Isnyer Krankenhausteam seinen Respekt zollte. Die Situation vor Ort in der Klinik ist nach seiner Ansicht für das Krankenhaus-Personal fast nicht mehr tragbar und der Betrieb rund um die Uhr belaste alle bis zur äußersten Grenze.

Manfred Schubert

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