Kötel und Fixerbesteck

"Unglaubliche Vermüllung"

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Hängende Kabel, Dreck, dunkle Ecken: Immobilienmakler Thomas Wirth äußert harsche Kritik am Zustand der Freudenberg-Unterführung.

Kempten – Immobilenmakler Thomas Wirth, der vor Ort Zentralhaus-Investor Dennis Rossing vertritt, will eine mögliche Schließung der Freudenbergunterführung durch die Stadtverwaltung juristisch überprüfen lassen.

„Wir lassen das gerade von einem Anwalt prüfen“, so Wirth am Freitag gegenüber dem KREISBOTEN. „Wir wollen nicht, dass es hier ein zweites großes Loch gibt.“ Der Stadtverwaltung wirft er außerdem vor, nicht ausreichend für die Verkehrssicherheit der Passage zu sorgen. 

Mit Erstaunen reagierte Wirth auf die jüngste Sitzung des Bauausschusses. Wie zuletzt berichtet, hatten sich verschiedene Stadträte in der Bauausschuss-Sitzung am „Gumpigen Donnerstag“ für eine Schließung der Passage ausgesprochen. Selbst eine mögliche Sanierung durch einen Investor – eben Dennis Rossing – sahen viele kritisch. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) kündigte außerdem an, dass der Investor auf keine Steuergelder hoffen dürfe, da es sich hierbei um keinen öffentlichen Zweck handle. „Alleine stemmen tun wir das nicht“, hielt Wirth am Freitag dagegen und sieht die Stadt in der Pflicht, soll sich in der Passage etwas bewegen. Davon abgesehen lägen mit der Stadt „abgestimmte Planungen“ im Baureferat vor. „Wir haben eine Planung mit allem, was die Stadt braucht“, betonte der Makler. Als Beispiele nannte er Toiletten oder Fluchtwege. Im Gegenzug wirft Wirth der Verwaltung vor, nicht ausreichend Sorge um die Verkehrssicherheit und Sauberkeit der unterirdischen Passage zu tragen. „Die Verkehrssicherheit durch die Stadt wird nicht mehr erfüllt“, kritisierte er. Erst in der vergangenen Woche habe er Kötel und Fixerbesteck in der Unterführung gefunden. „Eine unglaubliche Vermüllung und Verschmutzung“, zürnt er. Dazu kämen losgetretene und fehlende Bodenbeläge, durchgerostete Draingitter sowie frei schwingende, unter Spannung stehende Kabel. „Die Stadt will bloß kassieren, aber nichts tun“, poltert der Immobilenmakler. 

Kemptens Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann bestätigte am Montag gegenüber dem KREISBOTEN, dass die Verwaltung, konkret der städtische Betriebshof, tatsächlich verant- wortlich für den Zustand der Passage sei. „Für den Unterhalt der reinen Unterführung sind wir zuständig”, sagte er. Daher werde die Unterführung auch „regelmäßig gewartet”. „Unsere Wegmacher reinigen dort täglich mit der Ausnahme, wenn sie zum Winterdienst eingeteilt sind”, erläuterte der Amtsleiter. Daher könne es sein, dass derzeit nicht täglich sauber gemacht werde. Dazu komme alle zwei Monate eine größere Reinigung der gesamten Passage sowie zwei Mal im Jahr eine „große Nassreinigung” mit einem Saugfahrzeug. Außerdem rücke der Betriebshof auch aus, wenn einer der Ladenbesitzer etwas moniere. Allerdings, so Wiedemann am Montagnachmittag, müsse man die von Wirth kritisierten Leitungen noch überprüfen. Ein Austausch der gerügten Gitter soll ebenfalls erfolgen. Matthias Matz

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